KritischCVE-2024-21887

    Ivanti ICS: Befehlsinjektion (CVE-2024-21887)

    Veröffentlicht In CISA KEV seit Quellen: SingCERT, CVE.org, NCSC NZ, pwn.watch

    Was ist betroffen, was ist zu tun

    Eine Befehlseinschleusungsschwachstelle in den Webkomponenten von Ivanti Connect Secure (Versionen 9.x, 22.x) und Ivanti Policy Secure (Versionen 9.x, 22.x) ermöglicht es einem authentifizierten Administrator, speziell gestaltete Anfragen zu senden und beliebige Befehle auf dem Gerät auszuführen.

    Die Schwachstelle wird aktiv ausgenutzt; behandeln Sie sie vorrangig. CISA führt sie als in Ransomware-Kampagnen genutzte Schwachstelle. Die vorliegenden Quellen nennen keine Fix-Version. Prüfen Sie die Herstellerhinweise in den Referenzen unten. Sofortmaßnahmen, Mitigation und Erkennungsregeln stehen im Runbook unten.

    Betroffen
    • Ivanti ICS lte 9.1R18..9.1R18
    • Ivanti ICS lte 22.6R2..22.6R2
    • Ivanti IPS lte 9.1R18..9.1R18
    • Ivanti IPS lte 22.6R1..22.6R1

    Unklar, ob und wie Sie betroffen sind? Frage zu dieser Schwachstelle stellen

    Metriken

    9,1

    Priorität

    XIEM Effective CVSS: höchste verfügbare CVSS-Bewertung aus NVD- und Herstellerangaben.

    Quelle: NVD, CVSS v3

    9,1

    CVSS v3

    Schweregrad Kritisch auf der Skala von 0 bis 10.

    Quelle: SingCERT, CVE.org, NCSC NZ, pwn.watch

    —

    EPSS-Score

    Für diese Schwachstelle liegt kein Wert vor.

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    Schweregrad
    Kritisch
    Priorität (0–325)

    Der Priorisierungs-Score ist eine zusammengeführte Kennzahl, die mehrere Einzelsignale zu einer einzigen, handlungsleitenden Rangfolge verdichtet: technische Schwere (CVSS), Ausnutzungswahrscheinlichkeit (EPSS), der Status als bekannt ausgenutzt (KEV) und der Kontext des betroffenen Assets. Ziel ist die Antwort auf die einzig wirklich wichtige Frage im Schwachstellenmanagement: Was zuerst?

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    254.75 Methodik
    Exploit-Reife

    Ein Exploit ist Code oder eine Technik, die eine konkrete Schwachstelle gezielt ausnutzt, um ein unbeabsichtigtes Verhalten zu erzwingen — etwa Code auszuführen oder Rechte auszuweiten. Er ist das Werkzeug, das aus einer theoretischen Lücke einen praktischen Angriff macht.

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    aktiv ausgenutztQuelle: CERT.at, ANSSI / CERT-FR, NCSC NZ, CSA/SingCERT So stufen wir ein
    XIEM Effective CVSS

    XIEM® ist das gestufte Managed-Security-Betriebsmodell von NEOSEC und eine eingetragene Marke der NEOSEC GmbH. Es erweitert klassisches SIEM — die zentrale Sammlung, Normalisierung und Korrelation sicherheitsrelevanter Ereignisse — um Endpunkt-Forensik, Netzwerk-Sichtbarkeit und Täuschungstechnik und führt diese zu drei aufeinander aufbauenden Stufen zusammen: Sentry, Orchestrate und Command.

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    9,1 Methodik
    CVSS v3

    CVSS ist der weltweit verbreitete, offene Standard zur Bewertung der technischen Schwere einer Schwachstelle auf einer Skala von 0 bis 10. Er beschreibt, wie leicht eine Lücke ausnutzbar ist und welchen Schaden sie anrichten kann — nicht jedoch, wie wahrscheinlich ihre tatsächliche Ausnutzung ist. CVSS und das ergänzende EPSS beantworten bewusst unterschiedliche Fragen.

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    9,1
    KEV-Status

    Der KEV-Katalog ist eine von der US-Behörde CISA gepflegte Liste von Schwachstellen, für die eine aktive Ausnutzung in der Praxis nachgewiesen ist. Er beantwortet nicht die Frage „wie schwer?“, sondern „wird es bereits angegriffen?“ — und priorisiert damit das Patchen scharf.

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    Aktiv ausgenutzt
    Veröffentlicht
    In CISA KEV seit

    Der KEV-Katalog ist eine von der US-Behörde CISA gepflegte Liste von Schwachstellen, für die eine aktive Ausnutzung in der Praxis nachgewiesen ist. Er beantwortet nicht die Frage „wie schwer?“, sondern „wird es bereits angegriffen?“ — und priorisiert damit das Patchen scharf.

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    Behebung und Mitigation

    Warum sofort handeln?

    Priorisierung

    Diese Schwachstelle ist der Grund, warum Ivanti-Appliances 2024 zu einer der aktiv kompromittierten Perimeter-Klassen in Europa wurden: netzwerkerreichbar, verkettbar mit einem Auth-Bypass, als RCE auf einer Appliance mit AD-Anbindung und Zugriff auf alle VPN-Sessions. Die CISA-KEV-Flagge zur Ransomware-Nutzung ist gesetzt, die Exploitation-Likelihood gehört zum obersten Perzentil, und Massen-Scans sowie opportunistische Ausnutzung durch mehrere Cluster sind dokumentiert. Für NIS2-Scope: jede extern erreichbare ICS/IPS-Appliance ist Kronjuwel — Patch-SLA 24 h, bei auch nur schwachem IoC Treatment als Breach mit Meldepflichtprüfung nach § 32 NIS2UmsuCG bzw. Art. 23 NIS2-Richtlinie.

    1. Schritt 1 im Runbook

      Sofort-Response (0-24 h)

      • Ivanti Connect Secure (9.x, 22.x) und Policy Secure (9.x, 22.x) auf die vom Hersteller bereitgestellten Patch-Releases aktualisieren (Patch-Rollout seit Januar/Februar 2024 verfügbar; exakte Build-Nummer je Branch im Ivanti-Advisory "CVE-2023-46805 and CVE-2024-21887" nachschlagen). Da CVE-2024-21887 produktiv mit CVE-2023-46805 (Auth-Bypass) verkettet wird, ist das Patch-Fenster faktisch unauthentifiziertes RCE.
      • Falls Patch nicht sofort einspielbar: das von Ivanti veröffentlichte XML-Mitigation-File (mitigation.release.20240107.1.xml bzw. aktuelle Nachfolgeversion) über die Admin-UI importieren. Das deaktiviert die verwundbaren Web-Endpoints bis zum Patch.
      • Externe Erreichbarkeit der Appliance-Management-Oberfläche (Port 443/TCP, Admin-Interface) per Perimeter-ACL auf definierte Admin-Jump-Hosts einschränken; VPN-Terminierung für Endnutzer bleibt bestehen, Admin-Pfad wird herausgetrennt.
      • Vollständigen Integrity Checker Tool (ICT) Lauf — intern und extern — gegen jede Appliance ausführen und das Ergebnis sichern. Ivanti hat mehrfach darauf hingewiesen, dass Angreifer Komponenten vor ICT-Lauf wieder sauber hinterlassen; ICT ist Indikator, nicht Freibrief.
      • Bei auch nur einem ICT-Mismatch, verdächtigem Prozess oder abweichender Konfiguration: Appliance als kompromittiert behandeln — Factory Reset, erneute Einspielung aus bekanntem Clean-Build, danach Patch.
      • Alle auf der Appliance gespeicherten Secrets rotieren: lokale Admin-Credentials, API-Keys, RADIUS-/LDAP-Bind-Accounts, Session-Cookies, VPN-Pre-Shared-Keys, Zertifikate (inkl. privater Schlüssel) sowie gecachete AD-Credentials.
    2. Schritt 2 im Runbook

      Mitigation-Layer

      • Netzwerksegmentierung: Appliance in eine dedizierte DMZ-Zone; ausgehende Verbindungen aus der Appliance (SSRF-/C2-Vektor) per Egress-Firewall whitelisten (nur AD-DC, RADIUS, DNS, NTP, Ivanti-Update-Hosts). Keine lateralen SMB/WinRM/RDP-Verbindungen aus der DMZ zulassen.
      • WAF/Reverse-Proxy vor der Appliance: Blockieren oder Alerting auf Pfade /api/v1/license/keys-status/* und /api/v1/totp/user-backup-code/* sowie generell ../ und Shell-Metazeichen (;, |, `, $()) in URI-Komponenten der genannten Endpoints.
      • IAM-Härtung: Admin-Interface auf separates Management-VLAN binden, MFA für alle Admin-Konten erzwingen, lokale Fallback-Accounts auditieren und Passwörter rotieren. Kein Admin-Zugriff aus Nutzer-Netzen.
      • IDS/IPS: Suricata/Snort-Signaturen von Emerging Threats für CVE-2023-46805/CVE-2024-21887 (SID-Range aus ET-Open Januar 2024) aktivieren; zusätzlich generische Regel auf POST-Requests gegen die o.g. API-Pfade mit nicht-ASCII- oder Shell-Zeichen im Body.
      • Endpoint-Härtung: Auf nachgeschalteten Systemen (DCs, File-Server), die über die Appliance erreichbar sind, Credential Guard und restriktive Logon-Rechte für Service-Accounts aus VPN-Pool erzwingen, um Lateral Movement nach Appliance-Kompromittierung zu bremsen.
      • Konfigurations-Baseline: /data/runtime/mtmp/lmdb und /home/runtime/cockpit/* auf unbekannte Perl-/Python-Dateien prüfen; bekannte Web-Shells (GLASSTOKEN, GIFTEDVISITOR, BUSHWALK) als YARA-Signaturen auf Netzwerk-Mirror laufen lassen.
    3. Schritt 3 im Runbook

      Detection-Regeln

      • Zeek/Suricata: HTTP-POST auf URI matching ^/api/v1/(license/keys-status|totp/user-backup-code)/ mit Status 200 und ungewöhnlich kurzem User-Agent oder fehlendem Referer — hochpriores Alert.
      • Web-Access-Log-Pattern (Splunk/Elastic KQL-artig): url.path:"/api/v1/license/keys-status/" AND http.request.method:"GET" AND url.path:*";"* OR url.path:*"|"* — klassische Command-Injection-Payload.
      • Outbound-Telemetrie: Appliance-IP initiiert DNS-TXT-Anfragen, Verbindungen zu nicht-Ivanti-Hosts auf Port 443 oder zu bekannten C2-/Tunnel-Diensten (Interactsh, ngrok, Cloudflare Tunnel). Sigma-Shape: source.ip in appliance_pool AND destination.domain not in allowlist.
      • Integrity Checker Tool (ICT) Mismatch, Neustart der Appliance ohne Change-Ticket, oder unerwartete /tmp/-Dateien in Appliance-Supportlog — alle drei als separates SIEM-Signal pro Appliance.
      • Auf nachgelagerten AD-DCs: Event ID 4624 Logon Type 3 aus Appliance-IP mit Konten, die keine VPN-Service-Accounts sind; Event ID 4769 (Kerberos TGS) mit ungewöhnlichen SPNs kurz nach Appliance-Request-Spike.

    Erkennungsregeln

    Für diese Schwachstelle liegt noch keine NEOSEC-Erkennungsregel vor.

    Einordnung nach NIS2 und CRA

    Regelbasierte Einordnung aus Ausnutzungsstatus und Schweregrad. Sie ersetzt keine Prüfung im Einzelfall.

    NIS2

    NIS2 ist die EU-Richtlinie (EU) 2022/2555 zur Erhöhung des Cybersicherheitsniveaus in der Union. Sie weitet Pflichten gegenüber der ersten NIS-Richtlinie deutlich aus: mehr Sektoren, verbindliches Risikomanagement, gestufte Meldepflichten und persönliche Verantwortung der Geschäftsleitung.

    Im Glossar lesen
    Aktiv ausgenutzt: Behandeln Sie die Schwachstelle im Schwachstellenmanagement nach Art. 21 Abs. 2 lit. e NIS2 vorrangig. Wird sie in Ihrer Umgebung ausgenutzt, prüfen Sie die Meldepflicht nach Art. 23 (Frühwarnung binnen 24 Stunden).
    CRA

    Der CRA ist die EU-Verordnung (EU) 2024/2847 mit horizontalen Cybersicherheitsanforderungen an „Produkte mit digitalen Elementen“ — von Industriesteuerungen über Software bis zu vernetzten Verbrauchergeräten. Erstmals müssen Hersteller Sicherheit über den gesamten Produktlebenszyklus gewährleisten, Schwachstellen behandeln und Sicherheitsupdates bereitstellen.

    Im Glossar lesen
    Seit dem 11.09.2026 müssen Hersteller betroffener Produkte mit digitalen Elementen aktiv ausgenutzte Schwachstellen nach Art. 14 CRA melden, mit Frühwarnung binnen 24 Stunden über die zentrale Meldeplattform der ENISA.
    ISO/IEC 27001

    ISO/IEC 27001 ist der international führende Standard für ein Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS). Er beschreibt einen risikobasierten, prozessorientierten Rahmen, um Informationssicherheit systematisch zu planen, umzusetzen, zu überprüfen und zu verbessern.

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    Maßnahme A.8.8, Management technischer Schwachstellen: Relevanz für Ihre Systeme bewerten, Behebung einplanen und nachweisen.

    Beschreibung

    Eine Befehlseinschleusungsschwachstelle in den Webkomponenten von Ivanti Connect Secure (Versionen 9.x, 22.x) und Ivanti Policy Secure (Versionen 9.x, 22.x) ermöglicht es einem authentifizierten Administrator, speziell gestaltete Anfragen zu senden und beliebige Befehle auf dem Gerät auszuführen.

    Originalquelle nur englisch verfügbar, maschinell ins Deutsche übersetzt.

    Quelle: CSA/SingCERT, CISA KEV Catalog, cvelistv5, NVD (NIST), CVE.org (MITRE), NCSC NZ (CC BY 4.0), pwn.watch

    Betroffene Produkte

    Betroffen sind die folgenden Versionen. Ältere Stände derselben Reihe sind ebenfalls verwundbar, sofern nicht anders angegeben.

    Betroffene Produkte
    Betroffene VersionenBehoben in
    IvantiICS
    • ≤ 9.1R18
    • ≤ 22.6R2
    • —
    • —
    IvantiIPS
    • ≤ 22.6R1
    • ≤ 9.1R18
    • —
    • —
    ivanticonnect_secure
    • 22.2
    • 9.1
    • 22.1
    • 22.6
    • 22.3
    • 22.4
    • 9.0
    • 22.5
    • —
    • —
    • —
    • —
    • —
    • —
    • —
    • —
    ivantipolicy_secure
    • 9.1
    • 22.4
    • 22.1
    • 22.2
    • 9.0
    • 22.6
    • 22.3
    • 22.5
    • —
    • —
    • —
    • —
    • —
    • —
    • —
    • —

    Hersteller und Produkte

    Öffentliche Exploit-Referenzen

    Öffentlich gemeldete Proof-of-Concepts, Exploit-Module und Detection-Templates zu dieser Schwachstelle. NEOSEC verlinkt ausschließlich auf die Originalquellen und stellt keinen Exploit-Code bereit.

    Quellen & Referenzen

    • forums.ivanti.coms/article/CVE-2023-46805-Authentication-Bypass-CVE-2024-21887-C…
    • packetstormsecurity.comfiles/176668/Ivanti-Connect-Secure-Unauthenticated-Remote-Code-…
    • cisa.govknown-exploited-vulnerabilities-catalog?field_cve=CVE-2024-21887government-resource
    • cert.atCERT.at: Update #6: Kritische Sicherheitslücken in Ivanti Connect Secure und Ivanti Policy Secure - aktiv ausgenützt - Patches verfügbarcert-at
    • cert.cyber.gouv.frANSSI / CERT-FR: CERTFR-2024-ALE-001 – [MàJ] Multiples vulnérabilités dans Ivanti Connect Secure et Policy Secure Gateways (clôturée 2024-04-15)cert-fr
    • pwn.watchpwn.watch: Ivanti Connect Secure zero-days chained for mass VPN compromisepwn-watch
    • volexity.comActive exploitation of two zero-day vulnerabilities in Ivanti Connect Secure VPNpwn-watch
    • forums.ivanti.comIvanti KB: CVE-2023-46805 and CVE-2024-21887 for Ivanti Connect Secure and Policy Securepwn-watch
    • cisa.govED 24-01: Mitigate Ivanti Connect Secure and Ivanti Policy Secure vulnerabilitiespwn-watch
    • cisa.govSupplemental Direction V1: ED 24-01pwn-watch
    • cloud.google.comSuspected APT targets Ivanti Connect Secure VPN in new zero-day exploitationpwn-watch
    • forums.ivanti.comIvanti advisory: CVE-2023-46805pwn-watch
    • NVD (NIST)NVD: CVE-2023-46805pwn-watch
    • NVD (NIST)NVD: CVE-2024-21887pwn-watch
    • NVD (NIST)NVD: CVE-2024-21893pwn-watch
    • cisa.govCISA Known Exploited Vulnerabilities Catalogpwn-watch
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