KritischCVE-2022-22954

    VMware Workspace ONE Access and Identity Manager: Template-Injection (CVE-2022-22954)

    Veröffentlicht In CISA KEV seit Quellen: SingCERT, CVE.org

    Was ist betroffen, was ist zu tun

    Ein Angreifer kann durch eine Server-seitige Template-Injektion in VMware Workspace ONE Access und Identity Manager eine Remote-Code-Ausführung (RCE) erreichen. Diese Schwachstelle wird aktiv in Ransomware-Kampagnen ausgenutzt. Betroffen sind verschiedene Versionen von VMware Workspace ONE Access, Identity Manager und vRealize Automation. Es ist dringend, die betroffenen Systeme zu patchen, sobald ein Update verfügbar ist, um die Sicherheitslücke zu schließen.

    Die Schwachstelle wird aktiv ausgenutzt; behandeln Sie sie vorrangig. CISA führt sie als in Ransomware-Kampagnen genutzte Schwachstelle. Die vorliegenden Quellen nennen keine Fix-Version. Prüfen Sie die Herstellerhinweise in den Referenzen unten. Sofortmaßnahmen, Mitigation und Erkennungsregeln stehen im Runbook unten.

    Betroffen
    • VMware Workspace ONE Access and Identity Manager eq Access 21.08.0.1, 21.08.0.0, 20.10.0.1, 20.10.0.0. Identity Manager 3.3.6, 3.3.5, 3.3.4, 3.3.3...Access 21.08.0.1, 21.08.0.0, 20.10.0.1, 20.10.0.0. Identity Manager 3.3.6, 3.3.5, 3.3.4, 3.3.3.

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    Metriken

    9,8

    Priorität

    XIEM Effective CVSS: höchste verfügbare CVSS-Bewertung aus NVD- und Herstellerangaben.

    Quelle: NVD, CVSS v3

    9,8

    CVSS v3

    Schweregrad Kritisch auf der Skala von 0 bis 10.

    Quelle: SingCERT, CVE.org

    —

    EPSS-Score

    Für diese Schwachstelle liegt kein Wert vor.

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    Schweregrad
    Kritisch
    Priorität (0–325)

    Der Priorisierungs-Score ist eine zusammengeführte Kennzahl, die mehrere Einzelsignale zu einer einzigen, handlungsleitenden Rangfolge verdichtet: technische Schwere (CVSS), Ausnutzungswahrscheinlichkeit (EPSS), der Status als bekannt ausgenutzt (KEV) und der Kontext des betroffenen Assets. Ziel ist die Antwort auf die einzig wirklich wichtige Frage im Schwachstellenmanagement: Was zuerst?

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    254.67 Methodik
    Exploit-Reife

    Ein Exploit ist Code oder eine Technik, die eine konkrete Schwachstelle gezielt ausnutzt, um ein unbeabsichtigtes Verhalten zu erzwingen — etwa Code auszuführen oder Rechte auszuweiten. Er ist das Werkzeug, das aus einer theoretischen Lücke einen praktischen Angriff macht.

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    aktiv ausgenutzt
    XIEM Effective CVSS

    XIEM® ist das gestufte Managed-Security-Betriebsmodell von NEOSEC und eine eingetragene Marke der NEOSEC GmbH. Es erweitert klassisches SIEM — die zentrale Sammlung, Normalisierung und Korrelation sicherheitsrelevanter Ereignisse — um Endpunkt-Forensik, Netzwerk-Sichtbarkeit und Täuschungstechnik und führt diese zu drei aufeinander aufbauenden Stufen zusammen: Sentry, Orchestrate und Command.

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    9,8 Methodik
    CVSS v3

    CVSS ist der weltweit verbreitete, offene Standard zur Bewertung der technischen Schwere einer Schwachstelle auf einer Skala von 0 bis 10. Er beschreibt, wie leicht eine Lücke ausnutzbar ist und welchen Schaden sie anrichten kann — nicht jedoch, wie wahrscheinlich ihre tatsächliche Ausnutzung ist. CVSS und das ergänzende EPSS beantworten bewusst unterschiedliche Fragen.

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    9,8
    EPSS-Perzentil

    Das EPSS-Perzentil ist die relative Einordnung einer Schwachstelle innerhalb aller EPSS-bewerteten CVEs, ausgedrückt als Wert zwischen 0 und 1. Ein Perzentil von 0,90 bedeutet „diese CVE hat einen höheren EPSS-Score als 90 % aller anderen bewerteten CVEs“. Anders als der EPSS-Score ist es keine Wahrscheinlichkeit — sondern eine Positionierung im Ranking.

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    99,99
    Kritisch – CVE liegt im obersten Fünftel aller heute bewerteten CVEs (Rang ≥ 80 %).
    KEV-Status

    Der KEV-Katalog ist eine von der US-Behörde CISA gepflegte Liste von Schwachstellen, für die eine aktive Ausnutzung in der Praxis nachgewiesen ist. Er beantwortet nicht die Frage „wie schwer?“, sondern „wird es bereits angegriffen?“ — und priorisiert damit das Patchen scharf.

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    Aktiv ausgenutzt
    Veröffentlicht
    In CISA KEV seit

    Der KEV-Katalog ist eine von der US-Behörde CISA gepflegte Liste von Schwachstellen, für die eine aktive Ausnutzung in der Praxis nachgewiesen ist. Er beantwortet nicht die Frage „wie schwer?“, sondern „wird es bereits angegriffen?“ — und priorisiert damit das Patchen scharf.

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    Behebung und Mitigation

    Warum sofort handeln?

    Priorisierung

    Die Schwachstelle ist ohne Authentifizierung und ohne Benutzerinteraktion über das Netzwerk ausnutzbar. Öffentliche Exploits existierten unmittelbar nach Veröffentlichung, und die Ausnutzungswahrscheinlichkeit zählt zu den höchsten aller bekannten CVEs. CISA kennzeichnet sie zudem als in Ransomware-Kampagnen genutzt. Beobachtet wurden der Einsatz von Webshells, Kryptominern und Backdoors sowie die Verkettung mit CVE-2022-22960 zur root-Übernahme. Da Workspace ONE Access als zentraler Identity-Provider fungiert, bedeutet eine Kompromittierung potenziell den Zugriff auf alle föderierten Anwendungen. Jede extern erreichbare oder ungepatchte Instanz ist daher als kritisch mit höchster Dringlichkeit einzustufen; rein intern erreichbare Instanzen folgen unmittelbar danach.

    1. Schritt 1 im Runbook

      Sofort-Response (0-24 h)

      • Patch einspielen: Die Updates aus VMware-Advisory VMSA-2022-0011 für Workspace ONE Access, Identity Manager (vIDM), vRealize Automation, vRealize Suite Lifecycle Manager und Cloud Foundation (4.0 … 4.3.1) einspielen. Die konkreten Patch-Versionen pro Produktlinie bitte im Vendor-Advisory nachschlagen. Ist ein Patch nicht sofort möglich, den Workaround aus VMware KB88099 umsetzen. Das ist nur eine Überbrückung, kein Ersatz für den Patch.
      • Exposition abschalten: Den HTTPS-Zugriff (TCP/443) aus dem Internet auf alle Workspace-ONE-Access- und vIDM-Appliances sofort sperren oder auf bekannte Quell-IP-Bereiche begrenzen. Zugriff nur noch über VPN oder ZTNA erlauben.
      • Kompromittierung annehmen: Jede Appliance, die vor dem Patch aus dem Internet erreichbar war, gilt als potenziell kompromittiert. Vor dem Patchen einen Snapshot bzw. ein forensisches Abbild sichern, damit Beweise nicht verloren gehen.
      • Verknüpfte Schwachstelle prüfen: Prüfen, ob die Rechteausweitung CVE-2022-22960 (gleiches Advisory) ausgenutzt wurde. Integrität von /opt/vmware/certproxy/bin/certproxyService.sh, publishCaCert.hzn und /etc/sudoers kontrollieren. Diese Kette führt vom Dienstkonto horizon zu root.
      • Zugangsdaten rotieren: Bei Kompromittierungsverdacht alle Credentials rotieren, die auf der Appliance hinterlegt sind: AD-Bind-Konten, Connector-Secrets, OAuth- und SAML-Signaturschlüssel, lokale Admin-Konten. Föderierte SSO-Sessions der angebundenen Anwendungen invalidieren.
      • Meldepflicht prüfen: Bei bestätigter Kompromittierung eines Identity-Providers die NIS2-Meldepflicht bewerten (Frühwarnung binnen 24 h an BSI bzw. zuständiges CSIRT).
    2. Schritt 2 im Runbook

      Mitigation-Layer

      • Netzwerksegmentierung: Die Appliances in eine dedizierte Management-Zone verschieben. Ausgehende Verbindungen per Default-Deny sperren. Erlaubt bleiben nur AD/LDAP, DNS, NTP und explizit benötigte Ziele. Das unterbindet das Nachladen von Payloads (curl/wget) und C2-Verbindungen.
      • WAF/IPS: Requests auf /catalog-portal/ui/oauth/verify und /catalog-portal/ui mit FreeMarker-Ausdrücken in Query-Parametern (insbesondere deviceUdid, error) blockieren. Typische Muster sind ${, freemarker.template.utility.Execute, ?new( und .exec(, auch URL-kodiert (%24%7B). Die vorhandenen Suricata/ET-Signaturen für CVE-2022-22954 aktivieren und auf „drop" stellen.
      • Reverse Proxy: Vor dem Patch nur notwendige Pfade veröffentlichen (Allowlist). Den catalog-portal-Pfad extern sperren, falls er nicht benötigt wird.
      • Härtung und Least Privilege: Unnötige Shell-Werkzeuge auf der Appliance nicht verwenden. Dem Dienstkonto horizon keine zusätzlichen sudo-Rechte geben. Den SSH-Zugang zur Appliance auf eine Jump-Host-IP beschränken.
      • IAM-Abhängigkeiten: Notfall-Zugänge (Break-Glass) zu kritischen Anwendungen bereithalten, die nicht über Workspace ONE Access föderiert sind. So bleiben Isolation und Neuaufbau ohne Betriebsausfall möglich.
    3. Schritt 3 im Runbook

      Detection-Regeln

      • Web-/Tomcat-Access-Logs (/opt/vmware/horizon/workspace/logs/): GET-Requests auf /catalog-portal/ui/oauth/verify mit ${ bzw. %24%7B oder freemarker im Query-String. SPL: index=web uri_path="/catalog-portal/ui/oauth/verify*" (uri_query="*%24%7B*" OR uri_query="*freemarker*")
      • Prozessabstammung (EDR/auditd): Ein Java-Prozess des Benutzers horizon startet /bin/sh, bash, curl, wget, python oder perl. auditd: -a always,exit -F arch=b64 -S execve -F uid=horizon -k vidm_exec. Sigma-Form: ParentImage|endswith: '/java' AND User: horizon AND Image|endswith: ['/sh','/bash','/curl','/wget']
      • Rechteausweitung: Schreibzugriffe auf certproxyService.sh und publishCaCert.hzn sowie sudo-Aufrufe durch horizon (auditd -w /opt/vmware/certproxy/bin/ -p wa -k vidm_privesc). Zusätzlich neue Dateien in Tomcat-Webroots erkennen (Webshells, JSP).
      • Netzwerk-Telemetrie (Zeek/Suricata): Neue ausgehende Verbindungen der Appliance zu Internet-IPs, insbesondere HTTP-Downloads von Skripten/ELF-Binärdateien oder Mining-Pool-Ports. Ungewöhnliche LDAP-Abfragevolumina gegen AD durch das Bind-Konto auswerten.
      • Retro-Hunt: Logs mindestens ab April 2022 bzw. ab Inbetriebnahme rückwirkend auf die genannten Muster durchsuchen. Die Ausnutzung begann kurz nach Veröffentlichung des Advisories.

    Erkennungsregeln

    Für diese Schwachstelle liegt noch keine NEOSEC-Erkennungsregel vor.

    Einordnung nach NIS2 und CRA

    Regelbasierte Einordnung aus Ausnutzungsstatus und Schweregrad. Sie ersetzt keine Prüfung im Einzelfall.

    NIS2

    NIS2 ist die EU-Richtlinie (EU) 2022/2555 zur Erhöhung des Cybersicherheitsniveaus in der Union. Sie weitet Pflichten gegenüber der ersten NIS-Richtlinie deutlich aus: mehr Sektoren, verbindliches Risikomanagement, gestufte Meldepflichten und persönliche Verantwortung der Geschäftsleitung.

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    Aktiv ausgenutzt: Behandeln Sie die Schwachstelle im Schwachstellenmanagement nach Art. 21 Abs. 2 lit. e NIS2 vorrangig. Wird sie in Ihrer Umgebung ausgenutzt, prüfen Sie die Meldepflicht nach Art. 23 (Frühwarnung binnen 24 Stunden).
    CRA

    Der CRA ist die EU-Verordnung (EU) 2024/2847 mit horizontalen Cybersicherheitsanforderungen an „Produkte mit digitalen Elementen“ — von Industriesteuerungen über Software bis zu vernetzten Verbrauchergeräten. Erstmals müssen Hersteller Sicherheit über den gesamten Produktlebenszyklus gewährleisten, Schwachstellen behandeln und Sicherheitsupdates bereitstellen.

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    Seit dem 11.09.2026 müssen Hersteller betroffener Produkte mit digitalen Elementen aktiv ausgenutzte Schwachstellen nach Art. 14 CRA melden, mit Frühwarnung binnen 24 Stunden über die zentrale Meldeplattform der ENISA.
    ISO/IEC 27001

    ISO/IEC 27001 ist der international führende Standard für ein Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS). Er beschreibt einen risikobasierten, prozessorientierten Rahmen, um Informationssicherheit systematisch zu planen, umzusetzen, zu überprüfen und zu verbessern.

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    Maßnahme A.8.8, Management technischer Schwachstellen: Relevanz für Ihre Systeme bewerten, Behebung einplanen und nachweisen.

    Beschreibung

    VMware Workspace ONE Access und Identity Manager enthalten eine Schwachstelle für die Ausführung von Ferncode aufgrund einer Server-seitigen Vorlageninjektion. Ein böswilliger Akteur mit Netzwerkzugriff kann eine serverseitige Vorlageninjektion auslösen, die zu einer Ausführung von Ferncode führen kann.

    Originalquelle nur englisch verfügbar, maschinell ins Deutsche übersetzt.

    Quelle: CSA/SingCERT, NVD (NIST), cvelistv5, CISA KEV Catalog, CVE.org (MITRE)

    Betroffene Produkte

    Betroffen sind die folgenden Versionen. Ältere Stände derselben Reihe sind ebenfalls verwundbar, sofern nicht anders angegeben.

    Betroffene Produkte
    Betroffene VersionenBehoben in
    —VMware Workspace ONE Access and Identity Manager
    • Access 21.08.0.1, 21.08.0.0, 20.10.0.1, 20.10.0.0. Identity Manager 3.3.6, 3.3.5, 3.3.4, 3.3.3.
    • —
    vmwarecloud_foundation
    • 4.0 – ≤ 4.3.1
    • —
    vmwareidentity_manager
    • 3.3.5
    • 3.3.3
    • 3.3.4
    • 3.3.6
    • —
    • —
    • —
    • —
    vmwarevrealize_automation
    • 7.6
    • —
    vmwarevrealize_suite_lifecycle_manager
    • 8.0 – ≤ 8.2
    • —
    vmwareworkspace_one_access
    • 21.08.0.0
    • 21.08.0.1
    • 20.10.0.0
    • 20.10.0.1
    • —
    • —
    • —
    • —

    Hersteller und Produkte

    Öffentliche Exploit-Referenzen

    Öffentlich gemeldete Proof-of-Concepts, Exploit-Module und Detection-Templates zu dieser Schwachstelle. NEOSEC verlinkt ausschließlich auf die Originalquellen und stellt keinen Exploit-Code bereit.

    Öffentliche Exploit-Referenzen
    CISA KEV CatalogCISA Known Exploited Vulnerability (öffnet in neuem Tab)cisa.govaktiv ausgenutzt
    Packet StormVMware Workspace ONE Access Template Injection Command Execution (öffnet in neuem Tab)packetstormsecurity.comPoC (öffentlich gemeldet)gemeldet, nicht verifiziert—

    Quellen & Referenzen

    • vmware.comsecurity/advisories/VMSA-2022-0011.htmlx_refsource_MISC, Herstellerhinweis
    • packetstormsecurity.comfiles/166935/VMware-Workspace-ONE-Access-Template-Injection-Com…x_refsource_MISC, Exploit, Hinweis Dritter, Schwachstellendatenbank
    • cisa.govknown-exploited-vulnerabilities-catalog?field_cve=CVE-2022-22954government-resource, US-Behörde
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