KritischCVE-2021-20021

    SonicWall Email Security: unzureichende Rechteverwaltung (CVE-2021-20021)

    Veröffentlicht In CISA KEV seit Quellen: SingCERT, CVE.org

    Was ist betroffen, was ist zu tun

    Ein Schwachpunkt in der Version 10.0.9.x von SonicWall Email Security ermöglicht es einem Angreifer, durch das Senden einer manipulierten HTTP-Anfrage an den entfernten Host ein Administratorkonto zu erstellen.

    Die Schwachstelle wird aktiv ausgenutzt; behandeln Sie sie vorrangig. CISA führt sie als in Ransomware-Kampagnen genutzte Schwachstelle. Aktualisieren Sie email_security auf Version 10.0.9.6103, email_security_virtual_appliance auf Version 10.0.9.6105, hosted_email_security auf Version 10.0.9.6103. Sofortmaßnahmen, Mitigation und Erkennungsregeln stehen im Runbook unten.

    Betroffen
    • SonicWall Email Security eq 10.0.9 and earlier..10.0.9 and earlier

    Unklar, ob und wie Sie betroffen sind? Frage zu dieser Schwachstelle stellen

    Metriken

    9,8

    Priorität

    XIEM Effective CVSS: höchste verfügbare CVSS-Bewertung aus NVD- und Herstellerangaben.

    Quelle: NVD, CVSS v3

    9,8

    CVSS v3

    Schweregrad Kritisch auf der Skala von 0 bis 10.

    Quelle: SingCERT, CVE.org

    88,8 %

    EPSS-Score

    Hoch – Modell schätzt ≥ 50 % Chance auf reale Ausnutzung in 30 Tagen.

    Quelle: FIRST EPSS, Perzentil 99,78

    Alle Metriken anzeigen
    Schweregrad
    Kritisch
    Priorität (0–325)

    Der Priorisierungs-Score ist eine zusammengeführte Kennzahl, die mehrere Einzelsignale zu einer einzigen, handlungsleitenden Rangfolge verdichtet: technische Schwere (CVSS), Ausnutzungswahrscheinlichkeit (EPSS), der Status als bekannt ausgenutzt (KEV) und der Kontext des betroffenen Assets. Ziel ist die Antwort auf die einzig wirklich wichtige Frage im Schwachstellenmanagement: Was zuerst?

    Im Glossar lesen
    253.63 Methodik
    Exploit-Reife

    Ein Exploit ist Code oder eine Technik, die eine konkrete Schwachstelle gezielt ausnutzt, um ein unbeabsichtigtes Verhalten zu erzwingen — etwa Code auszuführen oder Rechte auszuweiten. Er ist das Werkzeug, das aus einer theoretischen Lücke einen praktischen Angriff macht.

    Im Glossar lesen
    aktiv ausgenutztQuelle: CSA/SingCERT So stufen wir ein
    XIEM Effective CVSS

    XIEM® ist das gestufte Managed-Security-Betriebsmodell von NEOSEC und eine eingetragene Marke der NEOSEC GmbH. Es erweitert klassisches SIEM — die zentrale Sammlung, Normalisierung und Korrelation sicherheitsrelevanter Ereignisse — um Endpunkt-Forensik, Netzwerk-Sichtbarkeit und Täuschungstechnik und führt diese zu drei aufeinander aufbauenden Stufen zusammen: Sentry, Orchestrate und Command.

    Im Glossar lesen
    9,8 Methodik
    CVSS v3

    CVSS ist der weltweit verbreitete, offene Standard zur Bewertung der technischen Schwere einer Schwachstelle auf einer Skala von 0 bis 10. Er beschreibt, wie leicht eine Lücke ausnutzbar ist und welchen Schaden sie anrichten kann — nicht jedoch, wie wahrscheinlich ihre tatsächliche Ausnutzung ist. CVSS und das ergänzende EPSS beantworten bewusst unterschiedliche Fragen.

    Im Glossar lesen
    9,8
    EPSS-Score

    Der EPSS-Score ist der absolute Modell-Output für eine einzelne Schwachstelle: die geschätzte Wahrscheinlichkeit einer realen Ausnutzung in den nächsten 30 Tagen, ausgedrückt als Wert zwischen 0 und 1 (bzw. 0 % bis 100 %). Ein Score von 0,42 bedeutet „das Modell schätzt eine 42-prozentige Chance auf reale Ausnutzung binnen 30 Tagen“.

    Im Glossar lesen
    88,8 %
    Hoch – Modell schätzt ≥ 50 % Chance auf reale Ausnutzung in 30 Tagen.
    EPSS-Perzentil

    Das EPSS-Perzentil ist die relative Einordnung einer Schwachstelle innerhalb aller EPSS-bewerteten CVEs, ausgedrückt als Wert zwischen 0 und 1. Ein Perzentil von 0,90 bedeutet „diese CVE hat einen höheren EPSS-Score als 90 % aller anderen bewerteten CVEs“. Anders als der EPSS-Score ist es keine Wahrscheinlichkeit — sondern eine Positionierung im Ranking.

    Im Glossar lesen
    99,78
    Kritisch – CVE liegt im obersten Fünftel aller heute bewerteten CVEs (Rang ≥ 80 %).
    KEV-Status

    Der KEV-Katalog ist eine von der US-Behörde CISA gepflegte Liste von Schwachstellen, für die eine aktive Ausnutzung in der Praxis nachgewiesen ist. Er beantwortet nicht die Frage „wie schwer?“, sondern „wird es bereits angegriffen?“ — und priorisiert damit das Patchen scharf.

    Im Glossar lesen
    Aktiv ausgenutzt
    Veröffentlicht
    In CISA KEV seit

    Der KEV-Katalog ist eine von der US-Behörde CISA gepflegte Liste von Schwachstellen, für die eine aktive Ausnutzung in der Praxis nachgewiesen ist. Er beantwortet nicht die Frage „wie schwer?“, sondern „wird es bereits angegriffen?“ — und priorisiert damit das Patchen scharf.

    Im Glossar lesen
    CWE

    CWE ist ein Katalog typischer Schwächen-Arten in Software und Hardware — etwa fehlerhafte Eingabevalidierung, unsichere Speicherbehandlung oder mangelhafte Authentisierung. Während eine CVE eine konkrete Schwachstelle in einem konkreten Produkt benennt, beschreibt eine CWE die zugrunde liegende Fehlerklasse.

    Im Glossar lesen
    CWE-269

    Behebung und Mitigation

    Warum sofort handeln?

    Priorisierung

    Die Schwachstelle ist ohne Authentifizierung und ohne Nutzerinteraktion über das Netz ausnutzbar. Sie liefert direkt ein Administratorkonto und ist in der Praxis das erste Glied einer Kette mit CVE-2021-20023 (Dateilesen) und CVE-2021-20022 (Datei-Upload), die zur Codeausführung auf dem Gateway und zum Abgreifen hinterlegter AD-Zugangsdaten führt. CISA kennzeichnet die Nutzung in Ransomware-Kampagnen. Die Ausnutzungswahrscheinlichkeit gehört zu den höchsten überhaupt, und Mail-Gateways sind als internetexponierte Systeme mit Verbindung ins Active Directory ein bevorzugter Erstzugang. Bei einer extern erreichbaren Admin-Oberfläche gilt kritische Priorität mit Compromise-Assessment, nicht nur Patching. Bei rein intern erreichbarer Oberfläche bleibt die Priorität hoch, sofern ältere Kompromittierungen nicht durch Log-Auswertung ausgeschlossen sind.

    1. Schritt 1 im Runbook

      Sofort-Response (0-24 h)

      • Bestand erfassen: Alle SonicWall-Email-Security-Instanzen identifizieren, also Hardware-Appliances (ESA 3300/4300/5000/5050/7000/7050/8300), Virtual Appliances und Windows-Software-Installationen. Betroffen sind 10.0.9.6103 (Software) und 10.0.9.6105 (Appliance-Firmware). Gehostete SonicWall-Dienste liegen beim Hersteller und sind nicht Teil des Eigenbetriebs.
      • Patch einspielen: Der Patch ist beim Hersteller verfügbar. Die korrigierte Version bitte im Vendor-Advisory nachschlagen. Er muss die gesamte Exploit-Kette schließen, also CVE-2021-20021, CVE-2021-20022 und CVE-2021-20023 gemeinsam.
      • Verwaltungsoberfläche sofort vom Internet trennen: Den HTTP/HTTPS-Zugriff auf die Admin-Weboberfläche (standardmäßig TCP 80/443 bzw. der konfigurierte Management-Port) per Perimeter-Firewall auf ein dediziertes Management-Netz bzw. eine Jump-Host-Allowlist beschränken. SMTP (TCP 25) bleibt für den Mailfluss offen.
      • Administrative Konten prüfen: Die Liste aller Administratoren und Rollen mit dem freigegebenen Soll-Bestand abgleichen. Unbekannte Konten nicht sofort löschen, sondern sperren, als Beweismittel dokumentieren und den Incident-Prozess auslösen.
      • Bei Kompromittierungsverdacht: Die Appliance forensisch sichern (Tomcat-Logs, Audit-Logs, Web-Verzeichnisse, Speicherabbild bei Windows-Hosts) und netzseitig isolieren, bevor gepatcht wird. Ein Patch entfernt bereits abgelegte Web-Shells nicht.
      • Zugangsdaten rotieren: Alle auf der Appliance hinterlegten Geheimnisse wechseln, also lokale Admin-Passwörter, LDAP/AD-Bind-Konto, SMTP-Relay- und API-Zugangsdaten. Bei Windows-Installationen gehört auch das lokale Dienstkonto dazu.
    2. Schritt 2 im Runbook

      Mitigation-Layer

      • Netzsegmentierung: Die Appliance in eine DMZ mit restriktiven Egress-Regeln stellen. Ausgehend sind nur SMTP zu den definierten Mail-Hops, DNS, NTP und Update-Server erlaubt. Ausgehende Verbindungen zu beliebigen Zielen (Reverse Shells, Tool-Download) werden blockiert. Verbindungen aus der Appliance-Zone ins interne Netz begrenzt man auf Exchange/M365-Connector und LDAP(S) zu definierten Domain Controllern.
      • WAF/Reverse Proxy: Falls die Weboberfläche extern erreichbar bleiben muss (z. B. Quarantäne-Zugriff für Endnutzer), einen Reverse Proxy mit Authentifizierung vorschalten. Unauthentifizierte POST-Requests auf administrative Pfade blockieren. Zusätzlich Requests mit Pfad-Traversal-Mustern (../, %2e%2e) und ZIP-Uploads auf Branding-Funktionen filtern, da diese zu CVE-2021-20022/-20023 gehören.
      • IPS: Herstellersignaturen für CVE-2021-20021/-20022/-20023 in IPS bzw. Suricata aktivieren und von Alert auf Drop umstellen, sofern das Produkt Signaturen für diese CVEs liefert.
      • Endpoint-Härtung (Windows-Installationen): EDR auf dem Host betreiben. Per WDAC/AppLocker verhindern, dass der Tomcat/Java-Prozess Shell-Interpreter startet. Den Dienst mit minimalen Rechten statt als LocalSystem betreiben, sofern der Hersteller das unterstützt.
      • IAM/Least Privilege: Das LDAP-Bind-Konto auf reine Leserechte beschränken und nicht in privilegierte AD-Gruppen aufnehmen. Admin-Zugang nur über MFA-geschützten Jump-Host erlauben.
      • Lebenszyklus: Falls die Plattform nicht mehr gepflegt wird oder kein Upgrade möglich ist, die Ablösung durch ein unterstütztes Mail-Security-Gateway priorisieren.
    3. Schritt 3 im Runbook

      Detection-Regeln

      • Neue Admin-Konten (Appliance-Audit-Log/Syslog): Auf Kontoerstellung bzw. Rollenänderung ohne zugehöriges Change-Ticket alarmieren. Besonders verdächtig ist eine Erstellung, der kein erfolgreicher Admin-Login vorausgeht. Der Syslog-Export ins SIEM ist dafür Voraussetzung.
      • Web-Zugriffslogs (Tomcat/Proxy): Nach unauthentifizierten POST-Requests auf administrative Endpunkte von externen IPs suchen, gefolgt von einem Login eines neuen Kontos. Ein SPL-Ansatz: index=proxy dest=<esa_ip> method=POST NOT src_ip IN (<mgmt_allowlist>) | stats count by src_ip, uri_path.
      • Web-Shell-Ablage (Sysmon EID 11 / EDR File Events): Neue .jsp-Dateien im Tomcat-webapps-Verzeichnis außerhalb von Update-Fenstern melden, ebenso Dateien mit ../-Elementen aus entpackten Branding-ZIPs.
      • Prozess-Abstammung (Sysmon EID 1 / Windows EID 4688): Sigma-Form: ParentImage|endswith: '\java.exe' AND Image|endswith: ['\cmd.exe','\powershell.exe','\whoami.exe','\net.exe','\certutil.exe']. Das ist auf Email-Security-Hosts praktisch nie legitim.
      • Netzwerk (Zeek/Suricata/Firewall): Auf ausgehende Verbindungen der Appliance zu unbekannten Zielen außerhalb der Mail-Infrastruktur achten, außerdem auf ungewöhnliche LDAP-Abfragen bzw. SMB/RDP-Verbindungen von der Appliance ins interne Netz. Diese deuten auf laterale Bewegung mit erbeuteten AD-Zugangsdaten hin.

    Erkennungsregeln

    Für diese Schwachstelle liegt noch keine NEOSEC-Erkennungsregel vor.

    Einordnung nach NIS2 und CRA

    Regelbasierte Einordnung aus Ausnutzungsstatus und Schweregrad. Sie ersetzt keine Prüfung im Einzelfall.

    NIS2

    NIS2 ist die EU-Richtlinie (EU) 2022/2555 zur Erhöhung des Cybersicherheitsniveaus in der Union. Sie weitet Pflichten gegenüber der ersten NIS-Richtlinie deutlich aus: mehr Sektoren, verbindliches Risikomanagement, gestufte Meldepflichten und persönliche Verantwortung der Geschäftsleitung.

    Im Glossar lesen
    Aktiv ausgenutzt: Behandeln Sie die Schwachstelle im Schwachstellenmanagement nach Art. 21 Abs. 2 lit. e NIS2 vorrangig. Wird sie in Ihrer Umgebung ausgenutzt, prüfen Sie die Meldepflicht nach Art. 23 (Frühwarnung binnen 24 Stunden).
    CRA

    Der CRA ist die EU-Verordnung (EU) 2024/2847 mit horizontalen Cybersicherheitsanforderungen an „Produkte mit digitalen Elementen“ — von Industriesteuerungen über Software bis zu vernetzten Verbrauchergeräten. Erstmals müssen Hersteller Sicherheit über den gesamten Produktlebenszyklus gewährleisten, Schwachstellen behandeln und Sicherheitsupdates bereitstellen.

    Im Glossar lesen
    Seit dem 11.09.2026 müssen Hersteller betroffener Produkte mit digitalen Elementen aktiv ausgenutzte Schwachstellen nach Art. 14 CRA melden, mit Frühwarnung binnen 24 Stunden über die zentrale Meldeplattform der ENISA.
    ISO/IEC 27001

    ISO/IEC 27001 ist der international führende Standard für ein Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS). Er beschreibt einen risikobasierten, prozessorientierten Rahmen, um Informationssicherheit systematisch zu planen, umzusetzen, zu überprüfen und zu verbessern.

    Im Glossar lesen
    Maßnahme A.8.8, Management technischer Schwachstellen: Relevanz für Ihre Systeme bewerten, Behebung einplanen und nachweisen.

    Beschreibung

    Ein Schwachpunkt in der Version 10.0.9.x von SonicWall Email Security ermöglicht es einem Angreifer, durch das Senden einer manipulierten HTTP-Anfrage an den entfernten Host ein Administratorkonto zu erstellen.

    Originalquelle nur englisch verfügbar, maschinell ins Deutsche übersetzt.

    Quelle: CSA/SingCERT, CISA KEV Catalog, cvelistv5, NVD (NIST)

    Betroffene Produkte

    Betroffen sind die folgenden Versionen. Ältere Stände derselben Reihe sind ebenfalls verwundbar, sofern nicht anders angegeben.

    Betroffene Produkte
    Betroffene VersionenBehoben in
    SonicWallEmail Security
    • 10.0.9 and earlier
    • —
    sonicwallemail_security
    • < 10.0.9.6103
    • 10.0.9.6103
    sonicwallemail_security_virtual_appliance
    • < 10.0.9.6105
    • 10.0.9.6105
    sonicwallhosted_email_security
    • < 10.0.9.6103
    • 10.0.9.6103

    Hersteller und Produkte

    Betroffene Betriebssysteme

    Betroffene Betriebssysteme
    Othersonicwallemail_security_appliance_3300_firmware—
    Othersonicwallemail_security_appliance_4300_firmware—
    Othersonicwallemail_security_appliance_5000_firmware—
    Othersonicwallemail_security_appliance_5050_firmware—
    Othersonicwallemail_security_appliance_7000_firmware—
    Othersonicwallemail_security_appliance_7050_firmware—
    Othersonicwallemail_security_appliance_8300_firmware—
    Othersonicwallemail_security_appliance_9000_firmware—

    Weakness-Klassen (CWE)

    • CWE-269Improper Privilege Management

      Class

      The product does not properly assign, modify, track, or check privileges for an actor, creating an unintended sphere of control for that actor.

      Eintrag bei MITRE CWE-269

    Öffentliche Exploit-Referenzen

    Öffentlich gemeldete Proof-of-Concepts, Exploit-Module und Detection-Templates zu dieser Schwachstelle. NEOSEC verlinkt ausschließlich auf die Originalquellen und stellt keinen Exploit-Code bereit.

    Öffentliche Exploit-Referenzen
    CISA KEV CatalogCISA Known Exploited Vulnerability (öffnet in neuem Tab)cisa.govaktiv ausgenutzt
    CSA/SingCERTZero-Day Vulnerabilities in SonicWall Email Security (öffnet in neuem Tab)CSA/SingCERTaktiv ausgenutzt

    Quellen & Referenzen

    Badge einbetten

    Zeigen Sie Schweregrad und KEV-Status dieser Schwachstelle auf Ihrer Seite – mit Link hierher. Das Bild wird stündlich aktualisiert.

    Badge-Vorschau für CVE-2021-20021
    <a href="https://intel.neosec.eu/cve/CVE-2021-20021"><img src="https://intel.neosec.eu/badge/cve/CVE-2021-20021.svg" alt="CVE-2021-20021 – NEOSEC Intel" height="20"></a>