KritischCVE-2023-43208

    NextGen Healthcare Mirth Connect: Deserialisierung nicht vertrauenswürdiger Daten (CVE-2023-43208)

    Veröffentlicht In CISA KEV seit Quellen: SingCERT, pwn.watch, CVE.org

    Was ist betroffen, was ist zu tun

    Nächste Generation Gesundheitswesen Mirth Connect vor Version 4.4.1 ist anfällig für die Ausführung von Code aus der Ferne ohne Authentifizierung. Es wird darauf hingewiesen, dass diese Schwachstelle durch das unvollständige Patchen von CVE-2023-37679 verursacht wird.

    Die Schwachstelle wird aktiv ausgenutzt; behandeln Sie sie vorrangig. CISA führt sie als in Ransomware-Kampagnen genutzte Schwachstelle. Aktualisieren Sie NextGen Healthcare Mirth Connect auf Version 4.4.1. Sofortmaßnahmen, Mitigation und Erkennungsregeln stehen im Runbook unten.

    Betroffen
    • NextGen Healthcare Mirth Connect lt *..4.4.1
    Behoben in
    • NextGen Healthcare Mirth Connect 4.4.1

    Unklar, ob und wie Sie betroffen sind? Frage zu dieser Schwachstelle stellen

    Metriken

    9,8

    Priorität

    XIEM Effective CVSS: höchste verfügbare CVSS-Bewertung aus NVD- und Herstellerangaben.

    Quelle: NVD, CVSS v3

    9,8

    CVSS v3

    Schweregrad Kritisch auf der Skala von 0 bis 10.

    Quelle: SingCERT, pwn.watch, CVE.org

    85,4 %

    EPSS-Score

    Hoch – Modell schätzt ≥ 50 % Chance auf reale Ausnutzung in 30 Tagen.

    Quelle: FIRST EPSS, Perzentil 99,72

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    Schweregrad
    Kritisch
    Priorität (0–325)

    Der Priorisierungs-Score ist eine zusammengeführte Kennzahl, die mehrere Einzelsignale zu einer einzigen, handlungsleitenden Rangfolge verdichtet: technische Schwere (CVSS), Ausnutzungswahrscheinlichkeit (EPSS), der Status als bekannt ausgenutzt (KEV) und der Kontext des betroffenen Assets. Ziel ist die Antwort auf die einzig wirklich wichtige Frage im Schwachstellenmanagement: Was zuerst?

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    257.26 Methodik
    Exploit-Reife

    Ein Exploit ist Code oder eine Technik, die eine konkrete Schwachstelle gezielt ausnutzt, um ein unbeabsichtigtes Verhalten zu erzwingen — etwa Code auszuführen oder Rechte auszuweiten. Er ist das Werkzeug, das aus einer theoretischen Lücke einen praktischen Angriff macht.

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    aktiv ausgenutztQuelle: CSA/SingCERT So stufen wir ein
    XIEM Effective CVSS

    XIEM® ist das gestufte Managed-Security-Betriebsmodell von NEOSEC und eine eingetragene Marke der NEOSEC GmbH. Es erweitert klassisches SIEM — die zentrale Sammlung, Normalisierung und Korrelation sicherheitsrelevanter Ereignisse — um Endpunkt-Forensik, Netzwerk-Sichtbarkeit und Täuschungstechnik und führt diese zu drei aufeinander aufbauenden Stufen zusammen: Sentry, Orchestrate und Command.

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    9,8 Methodik
    CVSS v3

    CVSS ist der weltweit verbreitete, offene Standard zur Bewertung der technischen Schwere einer Schwachstelle auf einer Skala von 0 bis 10. Er beschreibt, wie leicht eine Lücke ausnutzbar ist und welchen Schaden sie anrichten kann — nicht jedoch, wie wahrscheinlich ihre tatsächliche Ausnutzung ist. CVSS und das ergänzende EPSS beantworten bewusst unterschiedliche Fragen.

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    9,8
    EPSS-Score

    Der EPSS-Score ist der absolute Modell-Output für eine einzelne Schwachstelle: die geschätzte Wahrscheinlichkeit einer realen Ausnutzung in den nächsten 30 Tagen, ausgedrückt als Wert zwischen 0 und 1 (bzw. 0 % bis 100 %). Ein Score von 0,42 bedeutet „das Modell schätzt eine 42-prozentige Chance auf reale Ausnutzung binnen 30 Tagen“.

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    85,4 %
    Hoch – Modell schätzt ≥ 50 % Chance auf reale Ausnutzung in 30 Tagen.
    EPSS-Perzentil

    Das EPSS-Perzentil ist die relative Einordnung einer Schwachstelle innerhalb aller EPSS-bewerteten CVEs, ausgedrückt als Wert zwischen 0 und 1. Ein Perzentil von 0,90 bedeutet „diese CVE hat einen höheren EPSS-Score als 90 % aller anderen bewerteten CVEs“. Anders als der EPSS-Score ist es keine Wahrscheinlichkeit — sondern eine Positionierung im Ranking.

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    99,72
    Kritisch – CVE liegt im obersten Fünftel aller heute bewerteten CVEs (Rang ≥ 80 %).
    KEV-Status

    Der KEV-Katalog ist eine von der US-Behörde CISA gepflegte Liste von Schwachstellen, für die eine aktive Ausnutzung in der Praxis nachgewiesen ist. Er beantwortet nicht die Frage „wie schwer?“, sondern „wird es bereits angegriffen?“ — und priorisiert damit das Patchen scharf.

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    Aktiv ausgenutzt
    Veröffentlicht
    In CISA KEV seit

    Der KEV-Katalog ist eine von der US-Behörde CISA gepflegte Liste von Schwachstellen, für die eine aktive Ausnutzung in der Praxis nachgewiesen ist. Er beantwortet nicht die Frage „wie schwer?“, sondern „wird es bereits angegriffen?“ — und priorisiert damit das Patchen scharf.

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    Behebung und Mitigation

    Warum sofort handeln?

    Priorisierung

    Die CVE steht auf der KEV-Liste, weil sie unauthentifiziert über Netzwerk ohne Nutzerinteraktion ausnutzbar ist und laut CISA aktiv in Ransomware-Kampagnen gegen Gesundheitsdienstleister eingesetzt wird — ein für NIS2-regulierte Kliniken und MVZ hochrelevantes Szenario. Die Ausnutzungswahrscheinlichkeit zählt zu den höchsten im gesamten CVE-Bestand, öffentliche Exploits und Metasploit-Module existieren. Priorisierung: P1/kritisch für jede internet-exponierte Mirth-Instanz (Patch binnen 24 h, bis dahin offline), P2 für intern erreichbare Instanzen mit Zugang aus Standard-Client-Netzen. Kombinieren Sie die Bewertung mit der Datenklassifikation der verarbeiteten HL7/FHIR-Flows — bei Patientendaten greift zusätzlich das meldepflichtige Risiko nach DSGVO und NIS2 BSI-Meldewesen.

    1. Schritt 1 im Runbook

      Sofort-Response (0-24 h)

      • Mirth Connect umgehend auf Version 4.4.1 oder höher aktualisieren (Vendor-Patch von NextGen Healthcare). Der ursprüngliche Fix für CVE-2023-37679 war unvollständig — Versionen vor 4.4.1 bleiben verwundbar, auch wenn frühere Patches eingespielt wurden.
      • Falls das Update nicht sofort möglich ist: Administrations- und API-Ports (Standard TCP 8443 für die Administrator-API, 8080/8443 für HTTP/HTTPS-Listener) per Firewall ausschliesslich für ein dediziertes Admin-VLAN oder VPN-Jumphost freigeben. Keine Internet-Exposition.
      • Shodan-/Censys-Abfrage über die eigene externe IP-Range nach exponierten Mirth-Instanzen; alle Treffer sofort offline nehmen oder hinter Reverse-Proxy mit Client-Zertifikat setzen.
      • Alle in Mirth hinterlegten Credentials rotieren (Datenbank-Zugänge, Channel-Credentials, API-Keys, LDAP-Bind), da ein erfolgreicher RCE als Mirth-Dienstkonto läuft und Zugriff auf die mcserver.vmoptions sowie konfigurierte Secrets ermöglicht.
      • Mirth-Dienstkonto auf Betriebssystemebene prüfen: läuft es als root/SYSTEM, umgehend auf dediziertes least-privilege-Konto umstellen und Dateisystem-ACLs auf Install-Verzeichnis einschränken.
      • Incident-Response-Team und Datenschutzbeauftragten einbinden — bei Mirth-Einsatz werden HL7/FHIR-Patientendaten verarbeitet, ein kompromittierter Host triggert typischerweise Meldepflichten nach DSGVO Art. 33 und NIS2.
    2. Schritt 2 im Runbook

      Mitigation-Layer

      • Netzwerksegmentierung: Mirth-Hosts in ein eigenes Healthcare-Integration-VLAN mit strikter Egress-Filterung. Ausgehende Verbindungen nur zu bekannten HL7-Peers, Datenbank-Backends und Monitoring. Keine direkten Internet-Egress-Routen (verhindert Reverse-Shells und Cobalt-Strike-Beacons nach erfolgreicher Deserialisierungs-Exploitation).
      • WAF/Reverse-Proxy vor Mirth: HTTP-POST-Requests mit Content-Type „application/xml" und Java-Serialisierungs-Magic-Bytes (AC ED 00 05, Base64-codiert rO0AB) blockieren. Request-Body-Grösse auf plausibles Mass für HL7-Nachrichten begrenzen.
      • IPS-Signaturen für XStream/Java-Deserialisierungs-Gadget-Chains aktivieren (CommonsBeanutils, CommonsCollections, Spring-AOP). Emerging Threats und Snort veröffentlichen entsprechende SIDs für CVE-2023-43208 und die verwandte CVE-2023-37679.
      • Endpoint-Hardening: AppArmor-/SELinux-Profil bzw. Windows-WDAC-Policy für den Mirth-Java-Prozess, das Child-Prozesse wie cmd.exe, powershell.exe, bash, sh, wget, curl, python unterbindet. Reduziert die Payload-Monetarisierung bei erfolgreichem Exploit drastisch.
      • IAM: Mirth-Administrator-Accounts auf MFA über vorgelagerten Reverse-Proxy (z. B. Keycloak, Azure App Proxy) zwingen. Lokale Admin-Accounts im Mirth deaktivieren, wo möglich LDAP/SAML-Delegation nutzen.
      • Backup-Integrität: Offline-Backup der Mirth-Konfiguration, Channel-Definitionen und zugehörigen Datenbank sicherstellen (Mirth ist bekanntes Ziel von Ransomware-Kampagnen laut CISA-KEV-Flag). 3-2-1-Regel, mindestens ein immutables Backup.
    3. Schritt 3 im Runbook

      Detection-Regeln

      • Zeek/Suricata: HTTP-POST an Mirth-Pfade (/api/, /) mit Request-Body, der die Base64-Signatur rO0AB oder die XStream-Marker <java. bzw. <dynamic-proxy> enthält. Sigma-Shape: selection: http.method: POST AND http.request.body|contains: "rO0AB".
      • Sysmon EID 1 / auditd execve: Java-Prozess (java, mcserver) als Parent von Shell- oder Download-Tools (cmd.exe, powershell.exe, /bin/sh, curl, wget, certutil, bitsadmin). KQL-Snippet: DeviceProcessEvents | where InitiatingProcessFileName in~ ("java.exe","java") and FileName in~ ("powershell.exe","cmd.exe","bash","sh").
      • Sysmon EID 3 / Zeek conn.log: Ausgehende Verbindungen vom Mirth-Host zu nicht-whitegelisteten Zielen, insbesondere auf 4444, 1337, 8888 oder zu Pastebin/Transfer.sh-ähnlichen Diensten.
      • Dateisystem-Monitoring (Sysmon EID 11, auditd): Neue Dateien unterhalb des Mirth-Install-Verzeichnisses, speziell .jsp, .class, .jar, .sh, .py, die nicht aus einem Patch-Prozess stammen.
      • Mirth-Applikationslogs (logs/mirth.log, logs/mirth-cli.log): Deserialisierungs-Exceptions, XStream-ConversionException, ClassCastException in Verbindung mit HTTP-Request-Verarbeitung — häufig Nebenprodukt gescheiterter oder nachgelagerter Exploit-Versuche. Sigma: selection: log.file: "mirth.log" AND message|contains: ["XStream","CannotResolveClassException","deserializ"].

    Erkennungsregeln

    Für diese Schwachstelle liegt noch keine NEOSEC-Erkennungsregel vor.

    Einordnung nach NIS2 und CRA

    Regelbasierte Einordnung aus Ausnutzungsstatus und Schweregrad. Sie ersetzt keine Prüfung im Einzelfall.

    NIS2

    NIS2 ist die EU-Richtlinie (EU) 2022/2555 zur Erhöhung des Cybersicherheitsniveaus in der Union. Sie weitet Pflichten gegenüber der ersten NIS-Richtlinie deutlich aus: mehr Sektoren, verbindliches Risikomanagement, gestufte Meldepflichten und persönliche Verantwortung der Geschäftsleitung.

    Im Glossar lesen
    Aktiv ausgenutzt: Behandeln Sie die Schwachstelle im Schwachstellenmanagement nach Art. 21 Abs. 2 lit. e NIS2 vorrangig. Wird sie in Ihrer Umgebung ausgenutzt, prüfen Sie die Meldepflicht nach Art. 23 (Frühwarnung binnen 24 Stunden).
    CRA

    Der CRA ist die EU-Verordnung (EU) 2024/2847 mit horizontalen Cybersicherheitsanforderungen an „Produkte mit digitalen Elementen“ — von Industriesteuerungen über Software bis zu vernetzten Verbrauchergeräten. Erstmals müssen Hersteller Sicherheit über den gesamten Produktlebenszyklus gewährleisten, Schwachstellen behandeln und Sicherheitsupdates bereitstellen.

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    Seit dem 11.09.2026 müssen Hersteller betroffener Produkte mit digitalen Elementen aktiv ausgenutzte Schwachstellen nach Art. 14 CRA melden, mit Frühwarnung binnen 24 Stunden über die zentrale Meldeplattform der ENISA.
    ISO/IEC 27001

    ISO/IEC 27001 ist der international führende Standard für ein Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS). Er beschreibt einen risikobasierten, prozessorientierten Rahmen, um Informationssicherheit systematisch zu planen, umzusetzen, zu überprüfen und zu verbessern.

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    Maßnahme A.8.8, Management technischer Schwachstellen: Relevanz für Ihre Systeme bewerten, Behebung einplanen und nachweisen.

    Beschreibung

    Nächste Generation Gesundheitswesen Mirth Connect vor Version 4.4.1 ist anfällig für die Ausführung von Code aus der Ferne ohne Authentifizierung. Es wird darauf hingewiesen, dass diese Schwachstelle durch das unvollständige Patchen von CVE-2023-37679 verursacht wird.

    Originalquelle nur englisch verfügbar, maschinell ins Deutsche übersetzt.

    Quelle: CSA/SingCERT, pwn.watch, NVD (NIST), cvelistv5, CISA KEV Catalog, CVE.org (MITRE)

    Betroffene Produkte

    Betroffen sind die folgenden Versionen. Ältere Stände derselben Reihe sind ebenfalls verwundbar, sofern nicht anders angegeben.

    Betroffene Produkte
    Betroffene VersionenBehoben in
    nextgenmirth_connect
    • < 4.4.1
    • 4.4.1

    Öffentliche Exploit-Referenzen

    Öffentlich gemeldete Proof-of-Concepts, Exploit-Module und Detection-Templates zu dieser Schwachstelle. NEOSEC verlinkt ausschließlich auf die Originalquellen und stellt keinen Exploit-Code bereit.

    Öffentliche Exploit-Referenzen
    CISA KEV CatalogCISA Known Exploited Vulnerability (öffnet in neuem Tab)cisa.govaktiv ausgenutzt
    CSA/SingCERTActive Exploitation of Critical Vulnerability in NextGen Healthcare Mirth Connect (öffnet in neuem Tab)CSA/SingCERTaktiv ausgenutzt
    Referenz mit Exploit-Kennzeichnunghorizon3.ai (öffnet in neuem Tab)PoC (öffentlich gemeldet)gemeldet, nicht verifiziert—
    Packet StormMirth Connect 4.4.0 Remote Command Execution (öffnet in neuem Tab)packetstormsecurity.comPoC (öffentlich gemeldet)gemeldet, nicht verifiziert—

    Quellen & Referenzen

    • horizon3.ainextgen-mirth-connect-remote-code-execution-vulnerability-cve-2…Exploit, Hinweis Dritter
    • packetstormsecurity.comfiles/176920/Mirth-Connect-4.4.0-Remote-Command-Execution.htmlExploit, Hinweis Dritter, Schwachstellendatenbank
    • cisa.govknown-exploited-vulnerabilities-catalog?field_cve=CVE-2023-43208government-resource, US-Behörde
    • pwn.watchpwn.watch: NextGen Healthcare Mirth Connect Deserialization of Untrusted Datapwn-watch
    • github.comNextGen Healthcare advisory: CVE-2023-43208pwn-watch
    • NVD (NIST)NVD: CVE-2023-43208pwn-watch
    • cisa.govCISA Known Exploited Vulnerabilities Catalogpwn-watch
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    <a href="https://intel.neosec.eu/cve/CVE-2023-43208"><img src="https://intel.neosec.eu/badge/cve/CVE-2023-43208.svg" alt="CVE-2023-43208 – NEOSEC Intel" height="20"></a>