D-Link Multiple Routers: Betriebssystem-Befehlsinjektion (CVE-2018-6530)
Veröffentlicht In CISA KEV seit Quellen: CVE.org
Was ist betroffen, was ist zu tun
Die Schwachstelle CVE-2018-6530 ermöglicht eine OS-Befehlseinschleusung in mehreren D-Link-Routern, was es einem Angreifer erlaubt, beliebige Befehle auf dem Gerät auszuführen. Diese Schwachstelle betrifft die Firmware-Versionen 1.08B04 und früher der Modelle DIR-880L, DIR-868L, DIR-865L und DIR-860L. Sie wird aktiv in Ransomware-Kampagnen ausgenutzt, was die Dringlichkeit einer Behebung unterstreicht. Betroffene Organisationen sollten die Geräte auf die neuesten Firmware-Versionen aktualisieren, um das Risiko einer Ausnutzung zu minimieren.
Die Schwachstelle wird aktiv ausgenutzt; behandeln Sie sie vorrangig. CISA führt sie als in Ransomware-Kampagnen genutzte Schwachstelle. Die vorliegenden Quellen nennen keine Fix-Version. Prüfen Sie die Herstellerhinweise in den Referenzen unten. Sofortmaßnahmen, Mitigation und Erkennungsregeln stehen im Runbook unten.
- Betroffen
- D-Link Dir-860L Firmware
lte *..1.10b04 - D-Link DIR-865L Firmware Reva Firmware Patch 1.08.B01
lte *..1.08b01 - D-Link DIR-868L FIRMWARE
lte *..1.12b04 - D-Link DIR-880L Firmware
lte *..1.08b04
- D-Link Dir-860L Firmware
Unklar, ob und wie Sie betroffen sind? Frage zu dieser Schwachstelle stellen
Metriken
9,8
Priorität
XIEM Effective CVSS: höchste verfügbare CVSS-Bewertung aus NVD- und Herstellerangaben.
Quelle: NVD, CVSS v3
9,8
CVSS v3
Schweregrad Kritisch auf der Skala von 0 bis 10.
Quelle: CVE.org
96,7 %
EPSS-Score
Hoch – Modell schätzt ≥ 50 % Chance auf reale Ausnutzung in 30 Tagen.
Quelle: FIRST EPSS, Perzentil 99,88
Alle Metriken anzeigen
- Schweregrad
- Kritisch
Priorität (0–325)
Der Priorisierungs-Score ist eine zusammengeführte Kennzahl, die mehrere Einzelsignale zu einer einzigen, handlungsleitenden Rangfolge verdichtet: technische Schwere (CVSS), Ausnutzungswahrscheinlichkeit (EPSS), der Status als bekannt ausgenutzt (KEV) und der Kontext des betroffenen Assets. Ziel ist die Antwort auf die einzig wirklich wichtige Frage im Schwachstellenmanagement: Was zuerst?
Im Glossar lesen- 253.81 Methodik
Exploit-Reife
Ein Exploit ist Code oder eine Technik, die eine konkrete Schwachstelle gezielt ausnutzt, um ein unbeabsichtigtes Verhalten zu erzwingen — etwa Code auszuführen oder Rechte auszuweiten. Er ist das Werkzeug, das aus einer theoretischen Lücke einen praktischen Angriff macht.
Im Glossar lesen- aktiv ausgenutzt
XIEM Effective CVSS
XIEM® ist das gestufte Managed-Security-Betriebsmodell von NEOSEC und eine eingetragene Marke der NEOSEC GmbH. Es erweitert klassisches SIEM — die zentrale Sammlung, Normalisierung und Korrelation sicherheitsrelevanter Ereignisse — um Endpunkt-Forensik, Netzwerk-Sichtbarkeit und Täuschungstechnik und führt diese zu drei aufeinander aufbauenden Stufen zusammen: Sentry, Orchestrate und Command.
Im Glossar lesen- 9,8 Methodik
CVSS v3
CVSS ist der weltweit verbreitete, offene Standard zur Bewertung der technischen Schwere einer Schwachstelle auf einer Skala von 0 bis 10. Er beschreibt, wie leicht eine Lücke ausnutzbar ist und welchen Schaden sie anrichten kann — nicht jedoch, wie wahrscheinlich ihre tatsächliche Ausnutzung ist. CVSS und das ergänzende EPSS beantworten bewusst unterschiedliche Fragen.
Im Glossar lesen- 9,8
EPSS-Score
Der EPSS-Score ist der absolute Modell-Output für eine einzelne Schwachstelle: die geschätzte Wahrscheinlichkeit einer realen Ausnutzung in den nächsten 30 Tagen, ausgedrückt als Wert zwischen 0 und 1 (bzw. 0 % bis 100 %). Ein Score von 0,42 bedeutet „das Modell schätzt eine 42-prozentige Chance auf reale Ausnutzung binnen 30 Tagen“.
Im Glossar lesen- 96,7 %
- Hoch – Modell schätzt ≥ 50 % Chance auf reale Ausnutzung in 30 Tagen.
EPSS-Perzentil
Das EPSS-Perzentil ist die relative Einordnung einer Schwachstelle innerhalb aller EPSS-bewerteten CVEs, ausgedrückt als Wert zwischen 0 und 1. Ein Perzentil von 0,90 bedeutet „diese CVE hat einen höheren EPSS-Score als 90 % aller anderen bewerteten CVEs“. Anders als der EPSS-Score ist es keine Wahrscheinlichkeit — sondern eine Positionierung im Ranking.
Im Glossar lesen- 99,88
- Kritisch – CVE liegt im obersten Fünftel aller heute bewerteten CVEs (Rang ≥ 80 %).
KEV-Status
Der KEV-Katalog ist eine von der US-Behörde CISA gepflegte Liste von Schwachstellen, für die eine aktive Ausnutzung in der Praxis nachgewiesen ist. Er beantwortet nicht die Frage „wie schwer?“, sondern „wird es bereits angegriffen?“ — und priorisiert damit das Patchen scharf.
Im Glossar lesen- Aktiv ausgenutzt
- Veröffentlicht
In CISA KEV seit
Der KEV-Katalog ist eine von der US-Behörde CISA gepflegte Liste von Schwachstellen, für die eine aktive Ausnutzung in der Praxis nachgewiesen ist. Er beantwortet nicht die Frage „wie schwer?“, sondern „wird es bereits angegriffen?“ — und priorisiert damit das Patchen scharf.
Im Glossar lesen- CISA-Bewertung (SSVC)
- Ausnutzung: aktiv · automatisierbar · Auswirkung: vollständig
- Quelle: CISA Vulnrichment, Stand 4. Februar 2025
CWE
CWE ist ein Katalog typischer Schwächen-Arten in Software und Hardware — etwa fehlerhafte Eingabevalidierung, unsichere Speicherbehandlung oder mangelhafte Authentisierung. Während eine CVE eine konkrete Schwachstelle in einem konkreten Produkt benennt, beschreibt eine CWE die zugrunde liegende Fehlerklasse.
Im Glossar lesen- CWE-78
Behebung und Mitigation
Warum sofort handeln?
Priorisierung
Die Schwachstelle steht auf der KEV-Liste und ist laut CISA in Ransomware-Kampagnen gegen SOHO- und Edge-Infrastruktur im Einsatz — typisches Vorgehen ist die massenhafte, unauthentifizierte Übernahme über das Internet mit anschließender Einbindung in IoT-Botnetze (Mirai-Derivate) oder als Pivot-Punkt für laterale Bewegung in Home-Office- und Zweigstellen-Netze. Netzwerkerreichbar ohne Authentifizierung, mit vollständiger Kompromittierung des Geräts als Resultat und sehr hoher Exploitation-Wahrscheinlichkeit in der Breite — damit ist jedes aus dem Internet erreichbare Exemplar als P1 zu behandeln und sofort zu patchen, zu isolieren oder zu ersetzen. Für NIS2-pflichtige Organisationen zählen auch Router in Home-Office-Setups der Mitarbeitenden zum Scope, sobald sie als Zugangspunkt in Unternehmensnetze dienen.
Schritt 1 im Runbook
Sofort-Response (0-24 h)
- Inventarisierung: Alle D-Link SOHO-Router der Serien DIR-860L, DIR-865L, DIR-868L und DIR-880L im Netz identifizieren (DHCP-Fingerprints, SNMP sysDescr, HTTP-Server-Banner „Mathopd/1.5p6"). Prüfen, ob diese Geräte in Außenstellen, Home-Office-Setups oder OT-Umgebungen als Internet-Uplink dienen.
- Externe Erreichbarkeit sofort kappen: WAN-seitig TCP/80, TCP/443 und UDP/1900 (UPnP) der betroffenen Geräte am vorgelagerten Carrier-Router oder per ISP-Firewall blockieren. Die Lücke in
soap.cgi(soapcgi_mainincgibin, Parameterservice) ist unauthentifiziert aus dem Netz ausnutzbar. - Firmware-Status prüfen: Für alle vier Modelle gelten die Reihen bis einschließlich DIR-880L 1.08B04, DIR-868L 1.12b04, DIR-865L 1.08.B01, DIR-860L 1.10b04 als verwundbar. D-Link hat diese Modelle überwiegend als End-of-Life eingestuft — verfügbare Patches im D-Link Support-Portal pro Hardware-Revision (REVA/REVB) prüfen und einspielen; falls kein Patch existiert: Gerät ersetzen.
- Admin-Credentials auf allen betroffenen Routern rotieren, Remote-Management (HTTP/HTTPS WAN-Admin) explizit deaktivieren, UPnP ausschalten.
- Bei Verdacht auf Kompromittierung: Gerät vom Netz trennen, Konfiguration exportieren und Factory-Reset durchführen — Persistenz in NVRAM-basierten Backdoors (z. B. modifizierte DNS-Einträge, zusätzliche iptables-Regeln, cron-Einträge via
/var/spool/cron) ist bei dieser Geräteklasse dokumentiert.
Schritt 2 im Runbook
Mitigation-Layer
- Netzsegmentierung: Betroffene Router als nicht vertrauenswürdig einstufen. Dahinterliegende Client-Netze in ein eigenes VLAN mit egress-Filterung auf einem Enterprise-Firewall-Hop isolieren; interne Services (AD, File-Shares, OT-HMIs) ausschließlich über VPN mit MFA erreichbar machen.
- Perimeter-IPS/Suricata-Signatur: Pattern auf HTTP-POST/GET gegen
/soap.cgimit Shell-Metazeichen (;,|,`,$() imservice-Parameter blocken. Beispiel-Suricata:alert http any any -> any any (msg:"CVE-2018-6530 D-Link soap.cgi command injection"; flow:to_server,established; http.uri; content:"/soap.cgi"; http.request_body; pcre:"/service=[^&]*[;|$()]/i"; sid:1002018653; rev:1;)`. - DNS-Hardening: Ausgehende DNS-Queries der Router-Management-Interfaces zwingend über interne Resolver leiten; direkte UDP/53 nach extern auf Firewall droppen, um umgehängte DNS-Einträge (klassische Payload bei kompromittierten SOHO-Routern) zu erkennen und zu brechen.
- Konfiguration härten: WAN-Admin-GUI aus, Fernwartung aus, UPnP aus, HNAP deaktivieren falls möglich, WPS deaktivieren, starkes Admin-Passwort (>16 Zeichen), SNMP-Community-Strings ändern oder SNMP komplett abschalten.
- Lifecycle-Entscheidung dokumentieren: Für End-of-Life-Geräte ohne Vendor-Patch ist Austausch die einzige nachhaltige Mitigation. Business-Owner-Freigabe mit Risikoakzeptanz nach ISO 27001 A.8.9 (Configuration Management) bzw. NIS2-Pflicht zur „Behebung von Schwachstellen" dokumentieren.
Schritt 3 im Runbook
Detection-Regeln
- Perimeter-Logs: HTTP-Zugriffe auf
/soap.cgioder/cgi-bin/soap.cgiaus dem Internet gegen eigene Router-IP-Ranges in SIEM alarmieren. KQL-Form:CommonSecurityLog | where RequestURL has "soap.cgi" and RequestMethod in ("POST","GET") | where RequestBody matches regex @"service=.*[;|\x60$()]". - NetFlow/Zeek: Ausgehende Verbindungen von Router-Management-IPs zu bekannten Mirai/Mozi/Dark.IoT C2-Ports (TCP/23, TCP/2323, TCP/48101, TCP/7547) oder zu Tor-Entry-Nodes als Hochrisiko-Event. Zeek:
conn.logmitid.orig_h in router_subnet and id.resp_p in {23,2323,48101}. - DNS-Telemetrie: Plötzliche Umstellung der von LAN-Clients benutzten Resolver (abweichend vom DHCP-vergebenen) oder DNS-Antworten mit untypisch kurzer TTL für Banking-/Microsoft-Domains deuten auf DNS-Hijack-Payload nach erfolgreichem RCE hin.
- Credential-Monitoring: Fehlgeschlagene oder erfolgreiche Admin-Logins am Router-GUI aus WAN-Range (sofern Logging im Gerät aktiv per Syslog nach extern geschickt wird) als
UserLoginSuccessmitsrc_zone=WANkorrelieren. - Threat-Intel-Abgleich: Router-WAN-IPs gegen Honeypot-Feeds (z. B. GreyNoise, Shadowserver „Vulnerable D-Link") abgleichen; ein Hit bedeutet aktive Opportunistik gegen das Gerät.
- Perimeter-Logs: HTTP-Zugriffe auf
Erkennungsregeln
Für diese Schwachstelle liegt noch keine NEOSEC-Erkennungsregel vor.
Einordnung nach NIS2 und CRA
Regelbasierte Einordnung aus Ausnutzungsstatus und Schweregrad. Sie ersetzt keine Prüfung im Einzelfall.
NIS2
NIS2 ist die EU-Richtlinie (EU) 2022/2555 zur Erhöhung des Cybersicherheitsniveaus in der Union. Sie weitet Pflichten gegenüber der ersten NIS-Richtlinie deutlich aus: mehr Sektoren, verbindliches Risikomanagement, gestufte Meldepflichten und persönliche Verantwortung der Geschäftsleitung.
Im Glossar lesen- Aktiv ausgenutzt: Behandeln Sie die Schwachstelle im Schwachstellenmanagement nach Art. 21 Abs. 2 lit. e NIS2 vorrangig. Wird sie in Ihrer Umgebung ausgenutzt, prüfen Sie die Meldepflicht nach Art. 23 (Frühwarnung binnen 24 Stunden).
CRA
Der CRA ist die EU-Verordnung (EU) 2024/2847 mit horizontalen Cybersicherheitsanforderungen an „Produkte mit digitalen Elementen“ — von Industriesteuerungen über Software bis zu vernetzten Verbrauchergeräten. Erstmals müssen Hersteller Sicherheit über den gesamten Produktlebenszyklus gewährleisten, Schwachstellen behandeln und Sicherheitsupdates bereitstellen.
Im Glossar lesen- Seit dem 11.09.2026 müssen Hersteller betroffener Produkte mit digitalen Elementen aktiv ausgenutzte Schwachstellen nach Art. 14 CRA melden, mit Frühwarnung binnen 24 Stunden über die zentrale Meldeplattform der ENISA.
ISO/IEC 27001
ISO/IEC 27001 ist der international führende Standard für ein Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS). Er beschreibt einen risikobasierten, prozessorientierten Rahmen, um Informationssicherheit systematisch zu planen, umzusetzen, zu überprüfen und zu verbessern.
Im Glossar lesen- Maßnahme A.8.8, Management technischer Schwachstellen: Relevanz für Ihre Systeme bewerten, Behebung einplanen und nachweisen.
Beschreibung
Eine Schwachstelle durch Eingabeverarbeitung von Befehlen im Betriebssystem in soap.cgi (soapcgi_main in cgibin) in D-Link DIR-880L DIR-880L_REVA_FIRMWARE_PATCH_1.08B04 und früheren Versionen, DIR-868L DIR868LA1_FW112b04 und früheren Versionen, DIR-65L DIR-865L_REVA_FIRMWARE_PATCH_1.08.B01 und früheren Versionen sowie DIR-860L DIR860LA1_FW110b04 und früheren Versionen ermöglicht es Fernangreifern, beliebige Befehle im Betriebssystem über den Parameter "service" auszuführen.
Originalquelle nur englisch verfügbar, maschinell ins Deutsche übersetzt.
Quelle: NVD (NIST), cvelistv5, CISA KEV Catalog
Hersteller und Produkte
Betroffene Betriebssysteme
| Other | dlink | dir-860l_firmware | — |
| Other | dlink | dir-865l_firmware | — |
| Other | dlink | dir-868l_firmware | — |
| Other | dlink | dir-880l_firmware | — |
Weakness-Klassen (CWE)
CWE-78Improper Neutralization of Special Elements used in an OS Command ('OS Command Injection')
Base
The product constructs all or part of an OS command using externally-influenced input from an upstream component, but it does not neutralize or incorrectly neutralizes special elements that could modify the intended OS command when it is sent to a downstream component.
Eintrag bei MITRE CWE-78
Öffentliche Exploit-Referenzen
Öffentlich gemeldete Proof-of-Concepts, Exploit-Module und Detection-Templates zu dieser Schwachstelle. NEOSEC verlinkt ausschließlich auf die Originalquellen und stellt keinen Exploit-Code bereit.
| CISA KEV Catalog | CISA Known Exploited Vulnerability (öffnet in neuem Tab)cisa.gov | aktiv ausgenutzt | |
| Referenz mit Exploit-Kennzeichnung | github.com (öffnet in neuem Tab) | PoC (öffentlich gemeldet)gemeldet, nicht verifiziert | — |
Quellen & Referenzen
- github.comTheBeeMan/Pwning-multiple-dlink-router-via-SOAP-protox_refsource_MISC, Exploit, Hinweis Dritter
- cisa.govknown-exploited-vulnerabilities-catalog?field_cve=CVE-2018-6530government-resource, US-Behörde
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