CyberPersons CyberPanel: Umgehung der Authentifizierung (CVE-2024-51567)
Veröffentlicht In CISA KEV seit Quellen: pwn.watch, CVE.org
Was ist betroffen, was ist zu tun
Die Schwachstelle CVE-2024-51567 ermöglicht eine Remote-Code-Ausführung (RCE) durch eine Umgehung der Authentifizierung, indem falsche Standardberechtigungen in CyberPanel ausgenutzt werden. Ein Angreifer kann ohne Authentifizierung als Root-Benutzer Befehle ausführen, was die vollständige Kontrolle über das System ermöglicht. Die Schwachstelle wird aktiv in Ransomware-Kampagnen seit Oktober 2024 ausgenutzt. Betroffen sind CyberPanel-Versionen bis einschließlich 2.3.7. Ein sofortiges Update auf Version 2.3.8 ist dringend erforderlich, um die Sicherheitslücke zu schließen.
Die Schwachstelle wird aktiv ausgenutzt; behandeln Sie sie vorrangig. CISA führt sie als in Ransomware-Kampagnen genutzte Schwachstelle. Aktualisieren Sie CyberPanel auf Version 2.3.8. Sofortmaßnahmen, Mitigation und Erkennungsregeln stehen im Runbook unten.
- Betroffen
- CyberPanel
lt *..2.3.8
- CyberPanel
- Behoben in
- CyberPanel
2.3.8
- CyberPanel
Unklar, ob und wie Sie betroffen sind? Frage zu dieser Schwachstelle stellen
Metriken
10,0
Priorität
XIEM Effective CVSS: höchste verfügbare CVSS-Bewertung aus NVD- und Herstellerangaben.
Quelle: NVD, CVSS v3
10,0
CVSS v3
Schweregrad Kritisch auf der Skala von 0 bis 10.
Quelle: pwn.watch, CVE.org
84,4 %
EPSS-Score
Hoch – Modell schätzt ≥ 50 % Chance auf reale Ausnutzung in 30 Tagen.
Quelle: FIRST EPSS, Perzentil 99,70
Alle Metriken anzeigen
- Schweregrad
- Kritisch
Priorität (0–325)
Der Priorisierungs-Score ist eine zusammengeführte Kennzahl, die mehrere Einzelsignale zu einer einzigen, handlungsleitenden Rangfolge verdichtet: technische Schwere (CVSS), Ausnutzungswahrscheinlichkeit (EPSS), der Status als bekannt ausgenutzt (KEV) und der Kontext des betroffenen Assets. Ziel ist die Antwort auf die einzig wirklich wichtige Frage im Schwachstellenmanagement: Was zuerst?
Im Glossar lesen- 261.23 Methodik
Exploit-Reife
Ein Exploit ist Code oder eine Technik, die eine konkrete Schwachstelle gezielt ausnutzt, um ein unbeabsichtigtes Verhalten zu erzwingen — etwa Code auszuführen oder Rechte auszuweiten. Er ist das Werkzeug, das aus einer theoretischen Lücke einen praktischen Angriff macht.
Im Glossar lesen- aktiv ausgenutztQuelle: VulnCheck KEV (öffnet in neuem Tab) So stufen wir ein
XIEM Effective CVSS
XIEM® ist das gestufte Managed-Security-Betriebsmodell von NEOSEC und eine eingetragene Marke der NEOSEC GmbH. Es erweitert klassisches SIEM — die zentrale Sammlung, Normalisierung und Korrelation sicherheitsrelevanter Ereignisse — um Endpunkt-Forensik, Netzwerk-Sichtbarkeit und Täuschungstechnik und führt diese zu drei aufeinander aufbauenden Stufen zusammen: Sentry, Orchestrate und Command.
Im Glossar lesen- 10,0 Methodik
CVSS v3
CVSS ist der weltweit verbreitete, offene Standard zur Bewertung der technischen Schwere einer Schwachstelle auf einer Skala von 0 bis 10. Er beschreibt, wie leicht eine Lücke ausnutzbar ist und welchen Schaden sie anrichten kann — nicht jedoch, wie wahrscheinlich ihre tatsächliche Ausnutzung ist. CVSS und das ergänzende EPSS beantworten bewusst unterschiedliche Fragen.
Im Glossar lesen- 10,0
EPSS-Score
Der EPSS-Score ist der absolute Modell-Output für eine einzelne Schwachstelle: die geschätzte Wahrscheinlichkeit einer realen Ausnutzung in den nächsten 30 Tagen, ausgedrückt als Wert zwischen 0 und 1 (bzw. 0 % bis 100 %). Ein Score von 0,42 bedeutet „das Modell schätzt eine 42-prozentige Chance auf reale Ausnutzung binnen 30 Tagen“.
Im Glossar lesen- 84,4 %
- Hoch – Modell schätzt ≥ 50 % Chance auf reale Ausnutzung in 30 Tagen.
EPSS-Perzentil
Das EPSS-Perzentil ist die relative Einordnung einer Schwachstelle innerhalb aller EPSS-bewerteten CVEs, ausgedrückt als Wert zwischen 0 und 1. Ein Perzentil von 0,90 bedeutet „diese CVE hat einen höheren EPSS-Score als 90 % aller anderen bewerteten CVEs“. Anders als der EPSS-Score ist es keine Wahrscheinlichkeit — sondern eine Positionierung im Ranking.
Im Glossar lesen- 99,70
- Kritisch – CVE liegt im obersten Fünftel aller heute bewerteten CVEs (Rang ≥ 80 %).
KEV-Status
Der KEV-Katalog ist eine von der US-Behörde CISA gepflegte Liste von Schwachstellen, für die eine aktive Ausnutzung in der Praxis nachgewiesen ist. Er beantwortet nicht die Frage „wie schwer?“, sondern „wird es bereits angegriffen?“ — und priorisiert damit das Patchen scharf.
Im Glossar lesen- Aktiv ausgenutzt
- Veröffentlicht
In CISA KEV seit
Der KEV-Katalog ist eine von der US-Behörde CISA gepflegte Liste von Schwachstellen, für die eine aktive Ausnutzung in der Praxis nachgewiesen ist. Er beantwortet nicht die Frage „wie schwer?“, sondern „wird es bereits angegriffen?“ — und priorisiert damit das Patchen scharf.
Im Glossar lesen
Behebung und Mitigation
Warum sofort handeln?
Priorisierung
Die Lücke steht auf KEV, weil sie unauthentifizierte Remote-Code-Ausführung als root liefert — ohne User-Interaktion, über das Netzwerk, mit trivialem Exploit (ein manipulierter HTTP-Request). Die aktive Nutzung durch die PSAUX-Ransomware-Kampagne und die hohe Exploit-Wahrscheinlichkeit machen jede ins Internet exponierte CyberPanel-Instanz zu einem Notfall-Patch mit Behandlungspriorität vor fast allen anderen offenen CVEs. Zielprofil sind Hoster, MSPs und kleinere Betriebe, die CyberPanel als günstige cPanel-Alternative einsetzen — oft mit vielen Tenant-Daten auf einer einzigen VM, was den Impact im Ransomware-Fall multipliziert. Für NIS2-pflichtige Organisationen, die CyberPanel irgendwo im Hosting-Stack betreiben (auch bei Tochterfirmen oder Dienstleistern), gilt: sofort inventarisieren, patchen oder abschalten, und Meldewege gemäss § 32 BSIG bzw. nationalem NIS2-Umsetzungsgesetz vorbereiten.
Schritt 1 im Runbook
Sofort-Response (0-24 h)
- CyberPanel umgehend auf Commit 5b08cd6 oder neuer aktualisieren (Repository: usmannasir/cyberpanel). Alle Versionen ≤ 2.3.6 sowie das initiale 2.3.7 sind verwundbar; 2.3.8 enthält den Fix. Bis zum Upgrade: Management-Interface (Standard-Ports 8090 TCP für das Web-Panel) über Perimeter-Firewall vollständig vom Internet trennen.
- Prüfen, ob die Instanz zwischen Oktober 2024 und dem Patch-Zeitpunkt erreichbar war: Da PSAUX-Ransomware diese Lücke aktiv ausnutzt, ist bei exponierten Hosts von Kompromittierung auszugehen. Betroffene Systeme vom Netz nehmen, forensisches Image ziehen, nicht nur „patchen und weiterlaufen lassen".
- Alle auf dem Host verwalteten Credentials rotieren: MySQL-Root und Applikations-DB-Accounts, SSH-Keys unter /root/.ssh und /home/*/.ssh, API-Tokens aus /usr/local/CyberCP, LiteSpeed-/OpenLiteSpeed-Admin-Passwort, sowie alle Mail- und FTP-Konten der gehosteten Tenants.
- Prozess- und Cronjob-Hygiene: /etc/cron., /var/spool/cron/, /etc/systemd/system/ und ~/.bashrc des root-Users auf frisch angelegte Persistenzmechanismen prüfen. Besonders auf Base64-Payloads, kinsing/XMRig-ähnliche Binaries und ausgehende Verbindungen zu Mining-Pools achten.
- Falls ein sofortiges Upgrade organisatorisch unmöglich ist: Endpoint /dataBases/upgrademysqlstatus per Reverse-Proxy (nginx/HAProxy) auf HTTP-Methoden-Whitelist beschränken bzw. komplett blocken, da secMiddleware nur POST absichert und GET-Requests den Auth-Check umgehen.
Schritt 2 im Runbook
Mitigation-Layer
- Netzsegmentierung: CyberPanel-Hosts in ein dediziertes Management-VLAN, Zugriff auf Port 8090 nur über VPN oder Bastion mit MFA. Kein direkter Internet-Zugriff auf das Admin-Panel, auch nicht „nur kurz zum Testen".
- Reverse-Proxy-Regel vor CyberPanel: Jeden Request auf /dataBases/upgrademysqlstatus unabhängig von der HTTP-Methode blocken bzw. zusätzlich eine Basic-Auth-Schicht davor hängen, bis der Patch verifiziert ist. Dasselbe gilt für weitere ungeschützte Endpunkte unterhalb von /dataBases/.
- WAF-/IPS-Signatur: Pattern auf statusfile-Parameter mit Shell-Metazeichen (;, |, &&, `, $(, Backslash-x-Sequenzen) im Request-Body oder in der Query-String. Snort/Suricata-Regel-Shape: alert http any any -> $CYBERPANEL any (content:"upgrademysqlstatus"; http_uri; pcre:"/statusfile=[^&]*[;|&\x60$]/"; sid:1000001;).
- OS-Härtung: AppArmor- oder SELinux-Profil für den gunicorn/CyberCP-Prozess erzwingen, sodass Shell-Spawns (/bin/sh, /bin/bash) aus dem Python-Kontext heraus auditiert bzw. verweigert werden. Zusätzlich noexec-Mount für /tmp und /var/tmp.
- Egress-Filtering: Ausgehende Verbindungen vom CyberPanel-Host auf definierte Ziele (Debian/CentOS-Repos, Let's-Encrypt, SMTP-Relay) begrenzen. PSAUX-Payloads laden Nachladestufen über HTTP(S) nach — Default-Deny reduziert Second-Stage drastisch.
- Backups vor der Bereinigung verifizieren: Offline-Backup der Tenant-Daten (Mailboxen, Web-Roots, DB-Dumps) prüfen, bevor forensische Massnahmen gestartet werden. Ransomware-Nutzung ist bestätigt.
Schritt 3 im Runbook
Detection-Regeln
- Web-Access-Logs (OpenLiteSpeed/nginx vor CyberPanel): GET- oder PUT-Requests auf /dataBases/upgrademysqlstatus sind per Design verdächtig — der legitime Flow nutzt POST aus dem Admin-UI. KQL-Shape:
WebLogs | where UriPath contains "upgrademysqlstatus" and HttpMethod != "POST". - Prozess-Telemetrie (auditd/Sysmon-for-Linux EID 1): Child-Prozesse von gunicorn, python3 oder lscpd, deren Executable /bin/sh, /bin/bash, wget, curl, perl oder python mit Base64-/eval-Argumenten ist. Sigma-Shape: parent_image endet auf gunicorn, child_image in Shell-Liste, command_line matcht
(curl|wget).*(\.sh|/tmp/). - auditd-Regel auf execve mit Shell-Metazeichen im argv, aufgerufen vom CyberCP-User:
-a always,exit -F arch=b64 -S execve -F uid=cyberpanel -k cyberpanel_rce. - Netzwerk-Telemetrie (Zeek http.log / Suricata): Ausgehende HTTP-Downloads vom CyberPanel-Host direkt nach einem eingehenden Request auf /dataBases/upgrademysqlstatus — zeitliche Korrelation unter 5 Sekunden ist ein starkes IOC. Zusätzlich auf PSAUX-typische User-Agents und IPs aus öffentlichen IOC-Feeds (z. B. AlienVault OTX Pulses zu PSAUX) matchen.
- Dateisystem-Monitoring: FIM-Alarm auf neue Dateien in /tmp, /var/tmp, /dev/shm mit Executable-Bit, sowie Änderungen an /etc/crontab, /etc/cron.d/* und /root/.ssh/authorized_keys. Baseline-Abweichung triggert Incident-Response.
- Web-Access-Logs (OpenLiteSpeed/nginx vor CyberPanel): GET- oder PUT-Requests auf /dataBases/upgrademysqlstatus sind per Design verdächtig — der legitime Flow nutzt POST aus dem Admin-UI. KQL-Shape:
Erkennungsregeln
Für diese Schwachstelle liegt noch keine NEOSEC-Erkennungsregel vor.
Einordnung nach NIS2 und CRA
Regelbasierte Einordnung aus Ausnutzungsstatus und Schweregrad. Sie ersetzt keine Prüfung im Einzelfall.
NIS2
NIS2 ist die EU-Richtlinie (EU) 2022/2555 zur Erhöhung des Cybersicherheitsniveaus in der Union. Sie weitet Pflichten gegenüber der ersten NIS-Richtlinie deutlich aus: mehr Sektoren, verbindliches Risikomanagement, gestufte Meldepflichten und persönliche Verantwortung der Geschäftsleitung.
Im Glossar lesen- Aktiv ausgenutzt: Behandeln Sie die Schwachstelle im Schwachstellenmanagement nach Art. 21 Abs. 2 lit. e NIS2 vorrangig. Wird sie in Ihrer Umgebung ausgenutzt, prüfen Sie die Meldepflicht nach Art. 23 (Frühwarnung binnen 24 Stunden).
CRA
Der CRA ist die EU-Verordnung (EU) 2024/2847 mit horizontalen Cybersicherheitsanforderungen an „Produkte mit digitalen Elementen“ — von Industriesteuerungen über Software bis zu vernetzten Verbrauchergeräten. Erstmals müssen Hersteller Sicherheit über den gesamten Produktlebenszyklus gewährleisten, Schwachstellen behandeln und Sicherheitsupdates bereitstellen.
Im Glossar lesen- Seit dem 11.09.2026 müssen Hersteller betroffener Produkte mit digitalen Elementen aktiv ausgenutzte Schwachstellen nach Art. 14 CRA melden, mit Frühwarnung binnen 24 Stunden über die zentrale Meldeplattform der ENISA.
ISO/IEC 27001
ISO/IEC 27001 ist der international führende Standard für ein Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS). Er beschreibt einen risikobasierten, prozessorientierten Rahmen, um Informationssicherheit systematisch zu planen, umzusetzen, zu überprüfen und zu verbessern.
Im Glossar lesen- Maßnahme A.8.8, Management technischer Schwachstellen: Relevanz für Ihre Systeme bewerten, Behebung einplanen und nachweisen.
Beschreibung
`upgrademysqlstatus` in `databases/views.py` in CyberPanel (auch bekannt als Cyber Panel) vor 5b08cd6 ermöglicht es Fernangreifern, die Authentifizierung zu umgehen und beliebige Befehle über `/dataBases/upgrademysqlstatus` auszuführen, indem sie `secMiddleware` (das nur für POST-Anfragen gilt) umgehen und in der Eigenschaft `statusfile` Shell-Metacharaktere verwenden. Dies wurde im Oktober 2024 von PSAUX ausgenutzt. Betroffen sind Versionen bis einschließlich 2.3.6 sowie die unpatchte Version 2.3.7.
Originalquelle nur englisch verfügbar, maschinell ins Deutsche übersetzt.
Quelle: pwn.watch, CISA KEV Catalog, cvelistv5, NVD (NIST), CVE.org (MITRE)
Betroffene Produkte
Betroffen sind die folgenden Versionen. Ältere Stände derselben Reihe sind ebenfalls verwundbar, sofern nicht anders angegeben.
| Betroffene Versionen | Behoben in | ||
|---|---|---|---|
| cyberpanel | cyberpanel |
|
|
Hersteller und Produkte
Öffentliche Exploit-Referenzen
Öffentlich gemeldete Proof-of-Concepts, Exploit-Module und Detection-Templates zu dieser Schwachstelle. NEOSEC verlinkt ausschließlich auf die Originalquellen und stellt keinen Exploit-Code bereit.
| CISA KEV Catalog | CISA Known Exploited Vulnerability (öffnet in neuem Tab)cisa.gov | aktiv ausgenutzt |
Quellen & Referenzen
- cwe.mitre.orgdata/definitions/78.html
- dreyand.rscode/review/2024/10/27/what-are-my-options-cyberpanel-v236-pre-…
- github.comusmannasir/cyberpanel/commit/5b08cd6d53f4dbc2107ad9f555122ce8b0…
- cyberpanel.netCyberPersons advisory: CVE-2024-51378pwn-watch
- cwe.mitre.orgdata/definitions/420.html
- cyberpanel.netCyberPersons advisory: CVE-2024-51567pwn-watch
- bleepingcomputer.comnews/security/massive-psaux-ransomware-attack-targets-22-000-cy…
- cisa.govknown-exploited-vulnerabilities-catalog?field_cve=CVE-2024-51567government-resource
- pwn.watchpwn.watch: CyberPersons CyberPanel: 2 actively exploited vulnerabilitiespwn-watch
- NVD (NIST)NVD: CVE-2024-51567pwn-watch
- NVD (NIST)NVD: CVE-2024-51378pwn-watch
- cisa.govCISA Known Exploited Vulnerabilities Catalogpwn-watch
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