KritischCVE-2024-41713

    Mitel MiCollab: Pfadüberschreitung (Path Traversal) (CVE-2024-41713)

    Veröffentlicht In CISA KEV seit Quellen: NCSC NZ, pwn.watch, CVE.org

    Was ist betroffen, was ist zu tun

    Die Schwachstelle CVE-2024-41713 ermöglicht es einem Angreifer, einen Pfad-Traversierungsangriff durchzuführen, um unautorisierten Zugriff auf das System zu erlangen. Dies kann zu einer Kombination mit CVE-2024-55550 führen, wodurch ein Angreifer unautorisiert und remote Dateien auf dem Server lesen kann. Sie ist aktiv in Ransomware-Kampagnen seit 2025 ausgenutzt worden und betrifft die NuPoint Unified Messaging-Komponente von Mitel MiCollab bis Version 9.8 SP1 FP2 (9.8.1.201). Ein sofortiger Patch auf die neueste Version ist dringend erforderlich, um die Sicherheit zu gewährleisten.

    Die Schwachstelle wird aktiv ausgenutzt; behandeln Sie sie vorrangig. CISA führt sie als in Ransomware-Kampagnen genutzte Schwachstelle. Die vorliegenden Quellen nennen keine Fix-Version. Prüfen Sie die Herstellerhinweise in den Referenzen unten. Sofortmaßnahmen, Mitigation und Erkennungsregeln stehen im Runbook unten.

    Betroffen
    • Mitel MiCollab lte *..9.8.1.201

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    Metriken

    9,1

    Priorität

    XIEM Effective CVSS: höchste verfügbare CVSS-Bewertung aus NVD- und Herstellerangaben.

    Quelle: NVD, CVSS v3

    9,1

    CVSS v3

    Schweregrad Kritisch auf der Skala von 0 bis 10.

    Quelle: NCSC NZ, pwn.watch, CVE.org

    97,2 %

    EPSS-Score

    Hoch – Modell schätzt ≥ 50 % Chance auf reale Ausnutzung in 30 Tagen.

    Quelle: FIRST EPSS, Perzentil 99,89

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    Schweregrad
    Kritisch
    Priorität (0–325)

    Der Priorisierungs-Score ist eine zusammengeführte Kennzahl, die mehrere Einzelsignale zu einer einzigen, handlungsleitenden Rangfolge verdichtet: technische Schwere (CVSS), Ausnutzungswahrscheinlichkeit (EPSS), der Status als bekannt ausgenutzt (KEV) und der Kontext des betroffenen Assets. Ziel ist die Antwort auf die einzig wirklich wichtige Frage im Schwachstellenmanagement: Was zuerst?

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    256.95 Methodik
    Exploit-Reife

    Ein Exploit ist Code oder eine Technik, die eine konkrete Schwachstelle gezielt ausnutzt, um ein unbeabsichtigtes Verhalten zu erzwingen — etwa Code auszuführen oder Rechte auszuweiten. Er ist das Werkzeug, das aus einer theoretischen Lücke einen praktischen Angriff macht.

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    aktiv ausgenutztQuelle: NCSC NZ So stufen wir ein
    XIEM Effective CVSS

    XIEM® ist das gestufte Managed-Security-Betriebsmodell von NEOSEC und eine eingetragene Marke der NEOSEC GmbH. Es erweitert klassisches SIEM — die zentrale Sammlung, Normalisierung und Korrelation sicherheitsrelevanter Ereignisse — um Endpunkt-Forensik, Netzwerk-Sichtbarkeit und Täuschungstechnik und führt diese zu drei aufeinander aufbauenden Stufen zusammen: Sentry, Orchestrate und Command.

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    9,1 Methodik
    CVSS v3

    CVSS ist der weltweit verbreitete, offene Standard zur Bewertung der technischen Schwere einer Schwachstelle auf einer Skala von 0 bis 10. Er beschreibt, wie leicht eine Lücke ausnutzbar ist und welchen Schaden sie anrichten kann — nicht jedoch, wie wahrscheinlich ihre tatsächliche Ausnutzung ist. CVSS und das ergänzende EPSS beantworten bewusst unterschiedliche Fragen.

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    9,1
    EPSS-Score

    Der EPSS-Score ist der absolute Modell-Output für eine einzelne Schwachstelle: die geschätzte Wahrscheinlichkeit einer realen Ausnutzung in den nächsten 30 Tagen, ausgedrückt als Wert zwischen 0 und 1 (bzw. 0 % bis 100 %). Ein Score von 0,42 bedeutet „das Modell schätzt eine 42-prozentige Chance auf reale Ausnutzung binnen 30 Tagen“.

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    97,2 %
    Hoch – Modell schätzt ≥ 50 % Chance auf reale Ausnutzung in 30 Tagen.
    EPSS-Perzentil

    Das EPSS-Perzentil ist die relative Einordnung einer Schwachstelle innerhalb aller EPSS-bewerteten CVEs, ausgedrückt als Wert zwischen 0 und 1. Ein Perzentil von 0,90 bedeutet „diese CVE hat einen höheren EPSS-Score als 90 % aller anderen bewerteten CVEs“. Anders als der EPSS-Score ist es keine Wahrscheinlichkeit — sondern eine Positionierung im Ranking.

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    99,89
    Kritisch – CVE liegt im obersten Fünftel aller heute bewerteten CVEs (Rang ≥ 80 %).
    KEV-Status

    Der KEV-Katalog ist eine von der US-Behörde CISA gepflegte Liste von Schwachstellen, für die eine aktive Ausnutzung in der Praxis nachgewiesen ist. Er beantwortet nicht die Frage „wie schwer?“, sondern „wird es bereits angegriffen?“ — und priorisiert damit das Patchen scharf.

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    Aktiv ausgenutzt
    Veröffentlicht
    In CISA KEV seit

    Der KEV-Katalog ist eine von der US-Behörde CISA gepflegte Liste von Schwachstellen, für die eine aktive Ausnutzung in der Praxis nachgewiesen ist. Er beantwortet nicht die Frage „wie schwer?“, sondern „wird es bereits angegriffen?“ — und priorisiert damit das Patchen scharf.

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    Behebung und Mitigation

    Warum sofort handeln?

    Priorisierung

    Die Schwachstelle ist über das Netzwerk ohne Authentifizierung und ohne Benutzerinteraktion ausnutzbar, trifft eine typischerweise Internet-exponierte Unified-Communications-Komponente und ist laut CISA bereits in Ransomware-Kampagnen beobachtet worden — die Exploit-Wahrscheinlichkeit zählt zu den höchsten im KEV-Katalog. In Verbindung mit CVE-2024-55550 ergibt sich ein Pre-Auth-Arbitrary-File-Read, der direkt zu Credential-Diebstahl, Lateral Movement in die Telefonie-Infrastruktur und Störung der Sprachkommunikation führt. Für NIS2-pflichtige Organisationen mit MiCollab in der DMZ gilt Patch-Priorität P1 (binnen 24-72 h); fehlt die Möglichkeit zum sofortigen Patch, muss das Interface aus dem öffentlichen Netz entfernt werden, bis das Update eingespielt ist.

    1. Schritt 1 im Runbook

      Sofort-Response (0-24 h)

      • Mitel MiCollab umgehend auf Version 9.8 SP2 (9.8.2) oder neuer aktualisieren — alle Releases bis einschließlich 9.8.1.201 (9.8 SP1 FP2) sind verwundbar. Die NuPoint Unified Messaging (NPM) Komponente ist das verwundbare Modul.
      • Externe Erreichbarkeit des MiCollab-Webinterfaces (typisch TCP/443) sofort einschränken: Reverse-Proxy, WAF oder Firewall-Regel vor den Server schalten und Zugriff auf bekannte Partner-IPs, VPN-Pools und Carrier-SBCs begrenzen, bis der Patch produktiv ist.
      • Access-Logs des MiCollab-Webservers der letzten 90 Tage auf Path-Traversal-Muster (../, ..%2f, %2e%2e/) in NPM-Pfaden retrospektiv auswerten — bei Treffern Incident-Response-Prozess auslösen und Credential- sowie Konfigurations-Rotation einleiten.
      • Prüfen, ob CVE-2024-55550 (Chain-Partner) ebenfalls gepatcht ist; das kombinierte Exploit erlaubt unauthentifiziertes Lesen beliebiger Dateien inklusive Konfigurationen und Hashes.
      • Backup der MiCollab-Konfiguration, der NPM-Mailstores und der zugehörigen Datenbank anfertigen und offline sichern, bevor der Patch eingespielt wird — Datenmanipulation durch den Angreifer ist Teil des Impact-Profils.
    2. Schritt 2 im Runbook

      Mitigation-Layer

      • Netzsegmentierung: MiCollab in eine dedizierte DMZ-VLAN mit expliziter Egress-Kontrolle verlagern; ausgehende Verbindungen auf SMTP-Relay, SIP-Trunks und benötigte Mitel-Backend-Dienste beschränken, alles andere default-deny.
      • WAF/Reverse-Proxy-Regel: HTTP-Requests gegen /npm-pwg/, /npm/ oder sonstige NPM-Endpunkte blockieren, wenn der Pfad kodierte oder dekodierte Traversal-Sequenzen enthält (.., %2e%2e, ..%2f, ..%5c, doppel-kodiert %252e). Normalisierung vor dem Matching aktivieren.
      • IPS-Signaturen für MiCollab/NPM Path Traversal aktivieren (Emerging Threats und Vendor-Rulesets für CVE-2024-41713 und CVE-2024-55550 abonnieren); SSL/TLS-Inspection vor dem Server erforderlich.
      • Härtung des Webservers: Request-URI-Länge begrenzen, URL-Normalisierung auf dem Reverse-Proxy aktivieren, direktes Internet-Routing auf das MiCollab-Admin-Interface entfernen und Admin-Zugriff nur über VPN plus MFA zulassen.
      • IAM/Secret-Hygiene: Nach erfolgreichem Patch alle lokalen Service-Accounts, LDAP-Bind-Credentials, SIP-Trunk-Secrets und API-Keys rotieren, falls Hinweise auf vorherige Kompromittierung bestehen.
      • Monitoring der Dateisystem-Integrität auf dem MiCollab-Host (AIDE, Tripwire oder EDR-FIM) für /opt/mitel/, Config-Verzeichnisse und NPM-Datenspeicher.
    3. Schritt 3 im Runbook

      Detection-Regeln

      • Webserver-Access-Logs (Apache/Tomcat vor MiCollab): Suche nach Status 200 auf URIs, die .., %2e%2e, ..%2f oder ..%5c in Pfaden unter /npm enthalten. KQL-Shape: WebLogs | where url_path contains_any ("../","%2e%2e","..%2f") and url_path startswith "/npm".
      • Sigma-Shape für Reverse-Proxy/WAF: detection.selection.cs-uri-stem|contains: ['/npm'] and cs-uri-query|re: '(\.\.|%2e%2e|%252e)' — Severity high, Ausnahme nur für dokumentierte Scanner.
      • Zeek/Suricata: HTTP-Events mit uri matching Traversal-Regex gegen MiCollab-Server-IP; Alert bei mehr als fünf Treffern pro Quell-IP innerhalb 10 Minuten (Scanning-Verhalten).
      • Linux auditd auf dem MiCollab-Host: -w /etc/ -p rwa und -w /opt/mitel/ -p wa setzen, Alarm bei Datei-Reads von sensiblen Pfaden durch den Tomcat/MiCollab-Serviceuser außerhalb normaler Betriebsmuster.
      • EDR-Prozessketten: Ungewöhnliche Child-Prozesse des MiCollab/Java-Prozesses (shell, curl, wget, nc, python) als High-Severity-Alert — nach Path Traversal folgt häufig ein zweiter Zugriff auf ausgelesene Credentials.

    Erkennungsregeln

    Für diese Schwachstelle liegt noch keine NEOSEC-Erkennungsregel vor.

    Einordnung nach NIS2 und CRA

    Regelbasierte Einordnung aus Ausnutzungsstatus und Schweregrad. Sie ersetzt keine Prüfung im Einzelfall.

    NIS2

    NIS2 ist die EU-Richtlinie (EU) 2022/2555 zur Erhöhung des Cybersicherheitsniveaus in der Union. Sie weitet Pflichten gegenüber der ersten NIS-Richtlinie deutlich aus: mehr Sektoren, verbindliches Risikomanagement, gestufte Meldepflichten und persönliche Verantwortung der Geschäftsleitung.

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    Aktiv ausgenutzt: Behandeln Sie die Schwachstelle im Schwachstellenmanagement nach Art. 21 Abs. 2 lit. e NIS2 vorrangig. Wird sie in Ihrer Umgebung ausgenutzt, prüfen Sie die Meldepflicht nach Art. 23 (Frühwarnung binnen 24 Stunden).
    CRA

    Der CRA ist die EU-Verordnung (EU) 2024/2847 mit horizontalen Cybersicherheitsanforderungen an „Produkte mit digitalen Elementen“ — von Industriesteuerungen über Software bis zu vernetzten Verbrauchergeräten. Erstmals müssen Hersteller Sicherheit über den gesamten Produktlebenszyklus gewährleisten, Schwachstellen behandeln und Sicherheitsupdates bereitstellen.

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    Seit dem 11.09.2026 müssen Hersteller betroffener Produkte mit digitalen Elementen aktiv ausgenutzte Schwachstellen nach Art. 14 CRA melden, mit Frühwarnung binnen 24 Stunden über die zentrale Meldeplattform der ENISA.
    ISO/IEC 27001

    ISO/IEC 27001 ist der international führende Standard für ein Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS). Er beschreibt einen risikobasierten, prozessorientierten Rahmen, um Informationssicherheit systematisch zu planen, umzusetzen, zu überprüfen und zu verbessern.

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    Maßnahme A.8.8, Management technischer Schwachstellen: Relevanz für Ihre Systeme bewerten, Behebung einplanen und nachweisen.

    Beschreibung

    Eine Schwachstelle im NuPoint Unified Messaging (NPM)-Komponente von Mitel MiCollab bis einschließlich 9.8 SP1 FP2 (9.8.1.201) könnte es einem nicht authentifizierten Angreifer ermöglichen, einen Pfad-Traversierungsangriff durchzuführen, aufgrund unzureichender Eingabevalidierung. Ein erfolgreicher Ausnutzen dieser Schwachstelle könnte unbefugten Zugriff ermöglichen und dem Angreifer erlauben, Benutzerdaten und Systemkonfigurationen einzusehen, zu beschädigen oder zu löschen.

    Originalquelle nur englisch verfügbar, maschinell ins Deutsche übersetzt.

    Quelle: NCSC NZ (CC BY 4.0), pwn.watch, CISA KEV Catalog, cvelistv5, NVD (NIST), CVE.org (MITRE)

    Betroffene Produkte

    Betroffen sind die folgenden Versionen. Ältere Stände derselben Reihe sind ebenfalls verwundbar, sofern nicht anders angegeben.

    Betroffene Produkte
    Betroffene VersionenBehoben in
    mitelmicollab
    • ≤ 9.8.1.201
    • —

    Hersteller und Produkte

    Öffentliche Exploit-Referenzen

    Öffentlich gemeldete Proof-of-Concepts, Exploit-Module und Detection-Templates zu dieser Schwachstelle. NEOSEC verlinkt ausschließlich auf die Originalquellen und stellt keinen Exploit-Code bereit.

    Öffentliche Exploit-Referenzen
    CISA KEV CatalogCISA Known Exploited Vulnerability (öffnet in neuem Tab)cisa.govaktiv ausgenutzt
    NCSC NZActive exploitation affecting Mitel MiCollab (öffnet in neuem Tab)NCSC NZaktiv ausgenutzt
    NCSC NZDNU Active exploitation affecting Mitel MiCollab (öffnet in neuem Tab)NCSC NZaktiv ausgenutzt

    Quellen & Referenzen

    • mitel.comMitel advisory: Mitel MiCollabpwn-watch
    • cisa.govknown-exploited-vulnerabilities-catalog?field_cve=CVE-2024-41713government-resource
    • pwn.watchpwn.watch: Mitel MiCollab: 2 exploited vulnerabilities (CVE-2024-41713, CVE-2024-55550)pwn-watch
    • NVD (NIST)NVD: CVE-2024-41713pwn-watch
    • NVD (NIST)NVD: CVE-2024-55550pwn-watch
    • cisa.govCISA Known Exploited Vulnerabilities Catalogpwn-watch
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