KritischCVE-2023-47246

    SysAid Server: Pfadüberschreitung (Path Traversal) (CVE-2023-47246)

    Veröffentlicht In CISA KEV seit Quellen: pwn.watch, CVE.org

    Was ist betroffen, was ist zu tun

    In SysAid On-Premise vor Version 23.3.36 führt eine Pfad-Traversierungs-Schwachstelle zur Codeausführung, nachdem ein Angreifer eine Datei im Tomcat-Webroot schreibt, wie im November 2023 ausgenutzt wurde.

    Die Schwachstelle wird aktiv ausgenutzt; behandeln Sie sie vorrangig. CISA führt sie als in Ransomware-Kampagnen genutzte Schwachstelle. Aktualisieren Sie Sysaid auf Version 23.3.36. Sofortmaßnahmen, Mitigation und Erkennungsregeln stehen im Runbook unten.

    Betroffen
    • Sysaid lt *..23.3.36
    Behoben in
    • Sysaid 23.3.36

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    Metriken

    9,8

    Priorität

    XIEM Effective CVSS: höchste verfügbare CVSS-Bewertung aus NVD- und Herstellerangaben.

    Quelle: NVD, CVSS v3

    9,8

    CVSS v3

    Schweregrad Kritisch auf der Skala von 0 bis 10.

    Quelle: pwn.watch, CVE.org

    98,9 %

    EPSS-Score

    Hoch – Modell schätzt ≥ 50 % Chance auf reale Ausnutzung in 30 Tagen.

    Quelle: FIRST EPSS, Perzentil 99,93

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    Schweregrad
    Kritisch
    Priorität (0–325)

    Der Priorisierungs-Score ist eine zusammengeführte Kennzahl, die mehrere Einzelsignale zu einer einzigen, handlungsleitenden Rangfolge verdichtet: technische Schwere (CVSS), Ausnutzungswahrscheinlichkeit (EPSS), der Status als bekannt ausgenutzt (KEV) und der Kontext des betroffenen Assets. Ziel ist die Antwort auf die einzig wirklich wichtige Frage im Schwachstellenmanagement: Was zuerst?

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    257.70 Methodik
    Exploit-Reife

    Ein Exploit ist Code oder eine Technik, die eine konkrete Schwachstelle gezielt ausnutzt, um ein unbeabsichtigtes Verhalten zu erzwingen — etwa Code auszuführen oder Rechte auszuweiten. Er ist das Werkzeug, das aus einer theoretischen Lücke einen praktischen Angriff macht.

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    aktiv ausgenutzt
    XIEM Effective CVSS

    XIEM® ist das gestufte Managed-Security-Betriebsmodell von NEOSEC und eine eingetragene Marke der NEOSEC GmbH. Es erweitert klassisches SIEM — die zentrale Sammlung, Normalisierung und Korrelation sicherheitsrelevanter Ereignisse — um Endpunkt-Forensik, Netzwerk-Sichtbarkeit und Täuschungstechnik und führt diese zu drei aufeinander aufbauenden Stufen zusammen: Sentry, Orchestrate und Command.

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    9,8 Methodik
    CVSS v3

    CVSS ist der weltweit verbreitete, offene Standard zur Bewertung der technischen Schwere einer Schwachstelle auf einer Skala von 0 bis 10. Er beschreibt, wie leicht eine Lücke ausnutzbar ist und welchen Schaden sie anrichten kann — nicht jedoch, wie wahrscheinlich ihre tatsächliche Ausnutzung ist. CVSS und das ergänzende EPSS beantworten bewusst unterschiedliche Fragen.

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    9,8
    EPSS-Score

    Der EPSS-Score ist der absolute Modell-Output für eine einzelne Schwachstelle: die geschätzte Wahrscheinlichkeit einer realen Ausnutzung in den nächsten 30 Tagen, ausgedrückt als Wert zwischen 0 und 1 (bzw. 0 % bis 100 %). Ein Score von 0,42 bedeutet „das Modell schätzt eine 42-prozentige Chance auf reale Ausnutzung binnen 30 Tagen“.

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    98,9 %
    Hoch – Modell schätzt ≥ 50 % Chance auf reale Ausnutzung in 30 Tagen.
    EPSS-Perzentil

    Das EPSS-Perzentil ist die relative Einordnung einer Schwachstelle innerhalb aller EPSS-bewerteten CVEs, ausgedrückt als Wert zwischen 0 und 1. Ein Perzentil von 0,90 bedeutet „diese CVE hat einen höheren EPSS-Score als 90 % aller anderen bewerteten CVEs“. Anders als der EPSS-Score ist es keine Wahrscheinlichkeit — sondern eine Positionierung im Ranking.

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    99,93
    Kritisch – CVE liegt im obersten Fünftel aller heute bewerteten CVEs (Rang ≥ 80 %).
    KEV-Status

    Der KEV-Katalog ist eine von der US-Behörde CISA gepflegte Liste von Schwachstellen, für die eine aktive Ausnutzung in der Praxis nachgewiesen ist. Er beantwortet nicht die Frage „wie schwer?“, sondern „wird es bereits angegriffen?“ — und priorisiert damit das Patchen scharf.

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    Aktiv ausgenutzt
    Veröffentlicht
    In CISA KEV seit

    Der KEV-Katalog ist eine von der US-Behörde CISA gepflegte Liste von Schwachstellen, für die eine aktive Ausnutzung in der Praxis nachgewiesen ist. Er beantwortet nicht die Frage „wie schwer?“, sondern „wird es bereits angegriffen?“ — und priorisiert damit das Patchen scharf.

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    Behebung und Mitigation

    Warum sofort handeln?

    Priorisierung

    Die Schwachstelle ist ohne Authentifizierung und ohne Benutzerinteraktion über das Netz ausnutzbar. Sie führt über das Ablegen eines Archivs im Tomcat-Webroot direkt zur Codeausführung auf dem Server. Sie gehört zu den CVEs mit der höchsten Ausnutzungswahrscheinlichkeit, und CISA führt eine bekannte Nutzung in Ransomware-Kampagnen. Angreifer missbrauchen SysAid als Brückenkopf, weil ein ITSM-System privilegierte Domänenkonten und Softwareverteilungsfunktionen zu allen Endpunkten bündelt. Jede noch nicht gepatchte, insbesondere internetexponierte Instanz ist daher als kritisch einzustufen und als potenziell bereits kompromittiert zu behandeln: Patch und Compromise Assessment haben Vorrang vor allen nicht-kritischen Changes.

    1. Schritt 1 im Runbook

      Sofort-Response (0-24 h)

      • Version prüfen und auf 23.3.36 oder neuer aktualisieren: Alle SysAid-On-Premise-Instanzen vor 23.3.36 sind verwundbar. Laut CVE-Beschreibung ist 23.3.36 die erste nicht betroffene Version. Patch verfügbar beim Hersteller. Die aktuell empfohlene Build-Nummer bitte im SysAid-Advisory nachschlagen. SysAid-Cloud-Instanzen sind laut Beschreibung nicht betroffen.
      • Internet-Exposition sofort beenden: Ist der SysAid-Server aus dem Internet erreichbar (Tomcat-HTTP/HTTPS-Port, häufig 8080/8443 oder 80/443 hinter Reverse Proxy), den Zugriff bis zum Patch auf VPN bzw. interne Netze beschränken. Ist das nicht möglich, die Instanz vom Netz trennen.
      • Kompromittierungsprüfung vor dem Patch durchführen: Das webapps-Verzeichnis der SysAid-Tomcat-Installation auf unbekannte .war-Archive, entpackte Unterordner und .jsp-Dateien prüfen. Die Angriffskette schreibt Dateien in den Tomcat-Webroot. Ein Patch entfernt bereits abgelegte Webshells nicht.
      • Forensische Sicherung bei Verdacht: Bei Auffälligkeiten vor jeder Bereinigung Speicherabbild, Tomcat-Logs (localhost_access_log*, catalina*), SysAid-Logs und das komplette webapps-Verzeichnis sichern. Den Host anschließend über EDR isolieren.
      • Zugangsdaten rotieren: SysAid hält typischerweise privilegierte Konten vor, etwa AD-/LDAP-Bind-Konten, Datenbankzugang sowie Agenten- und Deployment-Credentials. Bei Kompromittierungsverdacht alle in SysAid hinterlegten Dienstkonten und die lokalen Administratorkennwörter des Servers rotieren.
      • Meldepflichten prüfen: Bei bestätigter Kompromittierung die NIS2-Frühwarnfrist (24 h) an das BSI bzw. die zuständige Behörde beachten.
    2. Schritt 2 im Runbook

      Mitigation-Layer

      • Netzsegmentierung: Den SysAid-Server in ein Management-Segment verschieben. Eingehend nur Helpdesk- und Agenten-Subnetze zulassen. Ausgehend nur zwingend benötigte Ziele (Mail-Relay, Update-Server) erlauben. Ausgehende Verbindungen des Servers ins Internet blockieren, um Webshell-Nachladen und C2 zu unterbinden.
      • WAF/Reverse Proxy: Requests an SysAid mit Path-Traversal-Sequenzen in Pfad, Query oder Multipart-Feldern blockieren: ../, ..\, %2e%2e, %2f, %5c, ..%2f, %252e. Zusätzlich Uploads mit WAR-/ZIP-Signatur (Magic Bytes PK\x03\x04) an nicht vorgesehene Endpunkte verwerfen.
      • IPS: Die Hersteller-Signaturen für CVE-2023-47246 aktivieren (Suricata ET, Snort, Palo Alto, Fortinet). Die Signaturen auf dem Segment vor dem SysAid-Server im Block-Modus betreiben.
      • Tomcat-Härtung: In server.xml autoDeploy="false" und deployOnStartup restriktiv setzen, damit abgelegte WAR-Archive nicht automatisch entpackt und ausgeführt werden. Schreibrechte des Tomcat-Dienstkontos auf webapps per NTFS-ACL entziehen, sofern der Betrieb das zulässt.
      • Endpoint-Härtung: Per EDR- oder ASR-Regel verhindern, dass der SysAid-Java-Prozess (java.exe/javaw.exe) Shells (cmd.exe, powershell.exe, rundll32.exe, certutil.exe) startet.
      • Least Privilege: Den SysAid-Dienst nicht als LocalSystem betreiben, sondern unter einem dedizierten, nicht-administrativen Dienstkonto. Hinterlegte AD-Konten auf reine Leserechte beschränken.
    3. Schritt 3 im Runbook

      Detection-Regeln

      • Sysmon EID 11 / EDR-Dateiereignis: Neue .war- oder .jsp-Dateien unterhalb des SysAid-Tomcat-webapps-Pfads, die nicht aus einem Hersteller-Update stammen. KQL: DeviceFileEvents | where FolderPath has @"tomcat\webapps" and FileName endswith_cs ".war" or FileName endswith ".jsp"
      • Prozessabstammung (Sysmon EID 1 / Security 4688): java.exe aus dem SysAid-Verzeichnis als Elternprozess von cmd.exe, powershell.exe, whoami.exe, net.exe, certutil.exe oder rundll32.exe. Sigma-Form: ParentImage|endswith: '\java.exe' AND ParentCommandLine|contains: 'SysAid' AND Image|endswith: ['\cmd.exe','\powershell.exe'].
      • Webserver-Logs: In den Tomcat-Access-Logs nach POST-Requests mit .., %2e%2e oder %2f in URI bzw. Parametern suchen, gefolgt von GET-Requests auf neue, unbekannte Kontextpfade (/<zufallsname>/*.jsp). SPL: index=web host=sysaid* (uri="*..*" OR uri="*%2e%2e*") method=POST | stats count by src_ip, uri
      • PowerShell und Persistenz: Windows EID 4104 (Script Block Logging) mit Download-Cradles (DownloadString, IEX, Invoke-WebRequest) auf dem SysAid-Host. Dazu EID 7045 bzw. 4698 für neu angelegte Dienste oder geplante Tasks.
      • Netzwerktelemetrie (Zeek/Suricata): Ausgehende Verbindungen des SysAid-Servers zu unbekannten externen IPs, besonders HTTP(S)-Beacons oder Downloads ausführbarer Dateien. Außerdem neue SMB-, RDP- oder WinRM-Verbindungen vom SysAid-Host zu Domain Controllern oder Dateiservern als Hinweis auf laterale Bewegung.

    Erkennungsregeln

    Für diese Schwachstelle liegt noch keine NEOSEC-Erkennungsregel vor.

    Einordnung nach NIS2 und CRA

    Regelbasierte Einordnung aus Ausnutzungsstatus und Schweregrad. Sie ersetzt keine Prüfung im Einzelfall.

    NIS2

    NIS2 ist die EU-Richtlinie (EU) 2022/2555 zur Erhöhung des Cybersicherheitsniveaus in der Union. Sie weitet Pflichten gegenüber der ersten NIS-Richtlinie deutlich aus: mehr Sektoren, verbindliches Risikomanagement, gestufte Meldepflichten und persönliche Verantwortung der Geschäftsleitung.

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    Aktiv ausgenutzt: Behandeln Sie die Schwachstelle im Schwachstellenmanagement nach Art. 21 Abs. 2 lit. e NIS2 vorrangig. Wird sie in Ihrer Umgebung ausgenutzt, prüfen Sie die Meldepflicht nach Art. 23 (Frühwarnung binnen 24 Stunden).
    CRA

    Der CRA ist die EU-Verordnung (EU) 2024/2847 mit horizontalen Cybersicherheitsanforderungen an „Produkte mit digitalen Elementen“ — von Industriesteuerungen über Software bis zu vernetzten Verbrauchergeräten. Erstmals müssen Hersteller Sicherheit über den gesamten Produktlebenszyklus gewährleisten, Schwachstellen behandeln und Sicherheitsupdates bereitstellen.

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    Seit dem 11.09.2026 müssen Hersteller betroffener Produkte mit digitalen Elementen aktiv ausgenutzte Schwachstellen nach Art. 14 CRA melden, mit Frühwarnung binnen 24 Stunden über die zentrale Meldeplattform der ENISA.
    ISO/IEC 27001

    ISO/IEC 27001 ist der international führende Standard für ein Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS). Er beschreibt einen risikobasierten, prozessorientierten Rahmen, um Informationssicherheit systematisch zu planen, umzusetzen, zu überprüfen und zu verbessern.

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    Maßnahme A.8.8, Management technischer Schwachstellen: Relevanz für Ihre Systeme bewerten, Behebung einplanen und nachweisen.

    Beschreibung

    In SysAid On-Premise vor Version 23.3.36 führt eine Pfad-Traversierungs-Schwachstelle zur Codeausführung, nachdem ein Angreifer eine Datei im Tomcat-Webroot schreibt, wie im November 2023 ausgenutzt wurde.

    Originalquelle nur englisch verfügbar, maschinell ins Deutsche übersetzt.

    Quelle: pwn.watch, CISA KEV Catalog, cvelistv5, NVD (NIST), CVE.org (MITRE)

    Betroffene Produkte

    Betroffen sind die folgenden Versionen. Ältere Stände derselben Reihe sind ebenfalls verwundbar, sofern nicht anders angegeben.

    Betroffene Produkte
    Betroffene VersionenBehoben in
    sysaidsysaid
    • < 23.3.36
    • 23.3.36

    Hersteller und Produkte

    Öffentliche Exploit-Referenzen

    Öffentlich gemeldete Proof-of-Concepts, Exploit-Module und Detection-Templates zu dieser Schwachstelle. NEOSEC verlinkt ausschließlich auf die Originalquellen und stellt keinen Exploit-Code bereit.

    Öffentliche Exploit-Referenzen
    CISA KEV CatalogCISA Known Exploited Vulnerability (öffnet in neuem Tab)cisa.govaktiv ausgenutzt

    Quellen & Referenzen

    Badge einbetten

    Zeigen Sie Schweregrad und KEV-Status dieser Schwachstelle auf Ihrer Seite – mit Link hierher. Das Bild wird stündlich aktualisiert.

    Badge-Vorschau für CVE-2023-47246
    <a href="https://intel.neosec.eu/cve/CVE-2023-47246"><img src="https://intel.neosec.eu/badge/cve/CVE-2023-47246.svg" alt="CVE-2023-47246 – NEOSEC Intel" height="20"></a>