dotCMS: Pfadüberschreitung (Path Traversal) (CVE-2022-26352)
Veröffentlicht In CISA KEV seit Quellen: CVE.org
Was ist betroffen, was ist zu tun
Ein Problem wurde im ContentResource API von dotCMS 3.0 bis 22.02 entdeckt. Angreifer können eine mehrteilige Formularanfrage erstellen, um eine Datei hochzuladen, deren Dateiname nicht zunächst bereinigt wird.
Die Schwachstelle wird aktiv ausgenutzt; behandeln Sie sie vorrangig. CISA führt sie als in Ransomware-Kampagnen genutzte Schwachstelle. Die vorliegenden Quellen nennen keine Fix-Version. Prüfen Sie die Herstellerhinweise in den Referenzen unten. Sofortmaßnahmen, Mitigation und Erkennungsregeln stehen im Runbook unten.
- Betroffen
- dotCMS
lte 3.0..22.02
- dotCMS
Unklar, ob und wie Sie betroffen sind? Frage zu dieser Schwachstelle stellen
Metriken
9,8
Priorität
XIEM Effective CVSS: höchste verfügbare CVSS-Bewertung aus NVD- und Herstellerangaben.
Quelle: NVD, CVSS v3
9,8
CVSS v3
Schweregrad Kritisch auf der Skala von 0 bis 10.
Quelle: CVE.org
91,3 %
EPSS-Score
Hoch – Modell schätzt ≥ 50 % Chance auf reale Ausnutzung in 30 Tagen.
Quelle: FIRST EPSS, Perzentil 99,81
Alle Metriken anzeigen
- Schweregrad
- Kritisch
Priorität (0–325)
Der Priorisierungs-Score ist eine zusammengeführte Kennzahl, die mehrere Einzelsignale zu einer einzigen, handlungsleitenden Rangfolge verdichtet: technische Schwere (CVSS), Ausnutzungswahrscheinlichkeit (EPSS), der Status als bekannt ausgenutzt (KEV) und der Kontext des betroffenen Assets. Ziel ist die Antwort auf die einzig wirklich wichtige Frage im Schwachstellenmanagement: Was zuerst?
Im Glossar lesen- 254.83 Methodik
Exploit-Reife
Ein Exploit ist Code oder eine Technik, die eine konkrete Schwachstelle gezielt ausnutzt, um ein unbeabsichtigtes Verhalten zu erzwingen — etwa Code auszuführen oder Rechte auszuweiten. Er ist das Werkzeug, das aus einer theoretischen Lücke einen praktischen Angriff macht.
Im Glossar lesen- aktiv ausgenutzt
XIEM Effective CVSS
XIEM® ist das gestufte Managed-Security-Betriebsmodell von NEOSEC und eine eingetragene Marke der NEOSEC GmbH. Es erweitert klassisches SIEM — die zentrale Sammlung, Normalisierung und Korrelation sicherheitsrelevanter Ereignisse — um Endpunkt-Forensik, Netzwerk-Sichtbarkeit und Täuschungstechnik und führt diese zu drei aufeinander aufbauenden Stufen zusammen: Sentry, Orchestrate und Command.
Im Glossar lesen- 9,8 Methodik
CVSS v3
CVSS ist der weltweit verbreitete, offene Standard zur Bewertung der technischen Schwere einer Schwachstelle auf einer Skala von 0 bis 10. Er beschreibt, wie leicht eine Lücke ausnutzbar ist und welchen Schaden sie anrichten kann — nicht jedoch, wie wahrscheinlich ihre tatsächliche Ausnutzung ist. CVSS und das ergänzende EPSS beantworten bewusst unterschiedliche Fragen.
Im Glossar lesen- 9,8
EPSS-Score
Der EPSS-Score ist der absolute Modell-Output für eine einzelne Schwachstelle: die geschätzte Wahrscheinlichkeit einer realen Ausnutzung in den nächsten 30 Tagen, ausgedrückt als Wert zwischen 0 und 1 (bzw. 0 % bis 100 %). Ein Score von 0,42 bedeutet „das Modell schätzt eine 42-prozentige Chance auf reale Ausnutzung binnen 30 Tagen“.
Im Glossar lesen- 91,3 %
- Hoch – Modell schätzt ≥ 50 % Chance auf reale Ausnutzung in 30 Tagen.
EPSS-Perzentil
Das EPSS-Perzentil ist die relative Einordnung einer Schwachstelle innerhalb aller EPSS-bewerteten CVEs, ausgedrückt als Wert zwischen 0 und 1. Ein Perzentil von 0,90 bedeutet „diese CVE hat einen höheren EPSS-Score als 90 % aller anderen bewerteten CVEs“. Anders als der EPSS-Score ist es keine Wahrscheinlichkeit — sondern eine Positionierung im Ranking.
Im Glossar lesen- 99,81
- Kritisch – CVE liegt im obersten Fünftel aller heute bewerteten CVEs (Rang ≥ 80 %).
KEV-Status
Der KEV-Katalog ist eine von der US-Behörde CISA gepflegte Liste von Schwachstellen, für die eine aktive Ausnutzung in der Praxis nachgewiesen ist. Er beantwortet nicht die Frage „wie schwer?“, sondern „wird es bereits angegriffen?“ — und priorisiert damit das Patchen scharf.
Im Glossar lesen- Aktiv ausgenutzt
- Veröffentlicht
In CISA KEV seit
Der KEV-Katalog ist eine von der US-Behörde CISA gepflegte Liste von Schwachstellen, für die eine aktive Ausnutzung in der Praxis nachgewiesen ist. Er beantwortet nicht die Frage „wie schwer?“, sondern „wird es bereits angegriffen?“ — und priorisiert damit das Patchen scharf.
Im Glossar lesen
Behebung und Mitigation
Warum sofort handeln?
Priorisierung
Die Schwachstelle steht auf der KEV-Liste, weil sie network-reachable ohne Authentifizierung direkt zu Remote Code Execution führt — klassischer Initial-Access-Vektor und laut CISA bereits in Ransomware-Kampagnen eingesetzt. Die Ausnutzungswahrscheinlichkeit zählt zu den höchsten im gesamten CVE-Bestand, PoC-Code (inkl. Metasploit-Modul) ist seit Mai 2022 öffentlich. Internet-exponierte dotCMS-Instanzen mit aktivierter anonymer Content Creation sind als P1 zu behandeln und innerhalb von 24-48 h zu patchen oder vom Netz zu nehmen; interne Instanzen in NIS2-Scope (CMS für Behörden-Portale, KRITIS-Kommunikation) ebenfalls P1 wegen Lateral-Movement-Potenzial aus der DMZ.
Schritt 1 im Runbook
Sofort-Response (0-24 h)
- dotCMS auf Version 22.03 oder neuer aktualisieren (fix enthält Sanitisierung des Dateinamens im ContentResource-Endpoint). Für LTS-Zweige den entsprechenden Hotfix aus dem dotCMS-Support-Portal einspielen — Patch-ID im Vendor-Advisory verifizieren.
- Falls Patch nicht sofort möglich: anonyme Content Creation deaktivieren („Allow Anonymous Content Creation" in den System Properties /
dotmarketing-config.propertiesauffalse). Damit entfällt der unauthentifizierte Angriffsvektor. - Den Endpoint
/api/content/bzw./api/content/publish/am Reverse Proxy (nginx, Apache, F5, Cloudflare) für nicht-authentifizierte Requests blockieren oder zumindest Multipart-Uploads strikt filtern. - Webroot und Asset-Verzeichnisse (
/dotsecure/,assets/, Tomcatwebapps/ROOT/) auf frisch angelegte.jsp,.jspx,.waroder sonstige ausführbare Dateien seit Februar 2022 prüfen und forensisch sichern, bevor sie überschrieben werden. - Service-Account des Tomcat/dotCMS-Prozesses und alle in dotCMS hinterlegten Datenbank- und API-Credentials rotieren, sofern Kompromittierungsverdacht besteht.
Schritt 2 im Runbook
Mitigation-Layer
- Netzwerksegmentierung: dotCMS-Instanzen gehören in ein dediziertes DMZ-Segment; ausgehende Verbindungen auf Reverse-Shell-Ports (4444, 1337, 8080→extern) und beliebige Internet-Egress-Pfade default-deny setzen, nur Repository-Mirror und Update-Server freigeben.
- WAF-Regel (ModSecurity/CRT-Format): Multipart-Requests auf
/api/content/*ablehnen, wenn derfilename-Parameter../,..\, URL-encoded Varianten (%2e%2e%2f,..%252f) oder Endungen wie.jsp,.jspx,.jar,.war,.classenthält. - Tomcat-Härtung: in
web.xmlden JSP-Servlet auf das Applikationsverzeichnis einschränken bzw. das JSP-Servlet in der ROOT-Webapp deaktivieren, sofern dotCMS keine User-JSPs rendert.readonly=truefür den DefaultServlet sicherstellen. - Dateisystem-Rechte: Verzeichnisse, in denen dotCMS Uploads ablegt, mit
noexec-Mountoption bzw. ACLs so konfigurieren, dass der Tomcat-User nur inassets/schreiben darf, nicht inwebapps/ROOT/. - EDR/Endpoint-Policy: Prozesserzeugung durch den Java-/Tomcat-Prozess (
java → sh,java → cmd.exe,java → powershell.exe) als High-Severity-Alert konfigurieren und optional blocken. - Backup des
assets/-Baums vor Patch, damit nach Rollout saubere Diff-Analyse möglich ist.
Schritt 3 im Runbook
Detection-Regeln
- Webserver-Access-Log:
POST /api/content/publishoder/api/content/mitContent-Type: multipart/form-dataund ohne Session-Cookie bzw. mit anonymem Principal — Sigma-Shape:selection: cs-method=POST AND cs-uri-stem contains "/api/content" AND cs-user-agent not in known_admin_tools. - Dateisystem-Monitoring (auditd / Sysmon EID 11): Dateianlage im Pfad
**/webapps/ROOT/**/*.jspoder ausserhalb vonassets/durch UID des Tomcat-Users — sofortiger Alert. - Prozess-Ancestry (Sysmon EID 1 / EDR): Parent
java.exebzw.javamit Childcmd.exe,powershell.exe,sh,bash,nc,curl,wget. KQL-Snippet:DeviceProcessEvents | where InitiatingProcessFileName == "java.exe" and FileName in ("cmd.exe","powershell.exe"). - Network: ausgehende Verbindungen von dotCMS-Host zu nicht-genehmigten IPs auf Ports 4444, 1337, 8443, 9001 (Tor), oder DNS-Lookups auf bekannte Pastebin-/Interact-sh-Domains.
- Suricata/Snort: Signatur auf
..%2foder../innerhalb desfilename=-Headers in Multipart-Body gegen Port 443/8080 des dotCMS-Vhosts.
- Webserver-Access-Log:
Erkennungsregeln
Für diese Schwachstelle liegt noch keine NEOSEC-Erkennungsregel vor.
Einordnung nach NIS2 und CRA
Regelbasierte Einordnung aus Ausnutzungsstatus und Schweregrad. Sie ersetzt keine Prüfung im Einzelfall.
NIS2
NIS2 ist die EU-Richtlinie (EU) 2022/2555 zur Erhöhung des Cybersicherheitsniveaus in der Union. Sie weitet Pflichten gegenüber der ersten NIS-Richtlinie deutlich aus: mehr Sektoren, verbindliches Risikomanagement, gestufte Meldepflichten und persönliche Verantwortung der Geschäftsleitung.
Im Glossar lesen- Aktiv ausgenutzt: Behandeln Sie die Schwachstelle im Schwachstellenmanagement nach Art. 21 Abs. 2 lit. e NIS2 vorrangig. Wird sie in Ihrer Umgebung ausgenutzt, prüfen Sie die Meldepflicht nach Art. 23 (Frühwarnung binnen 24 Stunden).
CRA
Der CRA ist die EU-Verordnung (EU) 2024/2847 mit horizontalen Cybersicherheitsanforderungen an „Produkte mit digitalen Elementen“ — von Industriesteuerungen über Software bis zu vernetzten Verbrauchergeräten. Erstmals müssen Hersteller Sicherheit über den gesamten Produktlebenszyklus gewährleisten, Schwachstellen behandeln und Sicherheitsupdates bereitstellen.
Im Glossar lesen- Seit dem 11.09.2026 müssen Hersteller betroffener Produkte mit digitalen Elementen aktiv ausgenutzte Schwachstellen nach Art. 14 CRA melden, mit Frühwarnung binnen 24 Stunden über die zentrale Meldeplattform der ENISA.
ISO/IEC 27001
ISO/IEC 27001 ist der international führende Standard für ein Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS). Er beschreibt einen risikobasierten, prozessorientierten Rahmen, um Informationssicherheit systematisch zu planen, umzusetzen, zu überprüfen und zu verbessern.
Im Glossar lesen- Maßnahme A.8.8, Management technischer Schwachstellen: Relevanz für Ihre Systeme bewerten, Behebung einplanen und nachweisen.
Beschreibung
Ein Problem wurde im ContentResource API von dotCMS 3.0 bis 22.02 entdeckt. Angreifer können eine mehrteilige Formularanfrage erstellen, um eine Datei hochzuladen, deren Dateiname nicht zunächst bereinigt wird. Dies ermöglicht das Verzeichnispfad-Navigation, wodurch die Datei außerhalb des vorgesehenen Speicherorts gespeichert wird. Wenn die anonyme Inhalts-Erstellung aktiviert ist, kann ein unauthentifizierter Angreifer eine ausführbare Datei hochladen, wie z.B. eine .jsp-Datei, was zu einer Ferncodeausführung führen kann.
Originalquelle nur englisch verfügbar, maschinell ins Deutsche übersetzt.
Quelle: NVD (NIST), cvelistv5, CISA KEV Catalog, CVE.org (MITRE)
Betroffene Produkte
Betroffen sind die folgenden Versionen. Ältere Stände derselben Reihe sind ebenfalls verwundbar, sofern nicht anders angegeben.
| Betroffene Versionen | Behoben in | ||
|---|---|---|---|
| dotcms | dotcms |
|
|
Hersteller und Produkte
Öffentliche Exploit-Referenzen
Öffentlich gemeldete Proof-of-Concepts, Exploit-Module und Detection-Templates zu dieser Schwachstelle. NEOSEC verlinkt ausschließlich auf die Originalquellen und stellt keinen Exploit-Code bereit.
| CISA KEV Catalog | CISA Known Exploited Vulnerability (öffnet in neuem Tab)cisa.gov | aktiv ausgenutzt | |
| Packet Storm | dotCMS Shell Upload (öffnet in neuem Tab)packetstormsecurity.com | PoC (öffentlich gemeldet)gemeldet, nicht verifiziert | — |
Quellen & Referenzen
- groups.google.comg/dotcmsx_refsource_MISC, Zugang erforderlich, Hinweis Dritter
- packetstormsecurity.comfiles/167365/dotCMS-Shell-Upload.htmlx_refsource_MISC, Exploit, Hinweis Dritter, Schwachstellendatenbank
- cisa.govknown-exploited-vulnerabilities-catalog?field_cve=CVE-2022-26352government-resource, US-Behörde
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