SIS
Sicherheits-Notabschaltsystem
Safety Instrumented System
Ein SIS ist ein unabhängiges Sicherheitssystem, das eine Industrieanlage automatisch in einen sicheren Zustand fährt, wenn ein Prozess gefährliche Grenzen erreicht — etwa Überdruck oder Überhitzung. Es ist die letzte technische Schutzbarriere zur Vermeidung von Schäden an Mensch, Umwelt und Anlage. Ein Angriff darauf ist besonders folgenschwer.
Historie & Fakten. Sicherheits-Notabschaltsysteme sind bewusst getrennt und redundant ausgelegt, damit sie unabhängig vom normalen Prozessleitsystem eingreifen können (Funktionale Sicherheit nach IEC 61508 — Funktionale Sicherheit elektrischer/elektronischer Systeme (IEC 61508)/61511). Sie sind die Instanz, die Schlimmeres verhindert, wenn alles andere versagt. Die Triton (TRISIS) (Triton)/TRISIS-Schadsoftware griff 2017 erstmals gezielt ein solches System (Schneider Triconex) an — ein Tabubruch, weil ein manipuliertes SIS Tod oder physische Zerstörung ermöglichen kann.
Ausblick & Empfehlung. Gerade weil das SIS die letzte Schutzlinie ist, muss seine Integrität besonders geschützt werden: konsequente Trennung von der Prozessleitebene, strengste Kontrolle der Engineering-Zugänge und die Behandlung jeder Veränderung an der Sicherheitslogik als hochkritisches Ereignis. Da diese Systeme traditionell bei der Anlagentechnik und nicht bei der IT-Sicherheit angesiedelt sind, ist die Verzahnung beider Welten entscheidend — ein Kernanliegen normgerechter Betriebstechnik (OT)-Sicherheit.