SCADA

    Überwachung und Steuerung verteilter Prozesse

    Supervisory Control and Data Acquisition

    SCADA bezeichnet Systeme zur zentralen Überwachung und Steuerung weiträumig verteilter industrieller Prozesse — etwa Strom-, Gas- oder Wassernetze. Eine Leitstelle sammelt Daten von Feldstationen (RTUs, PLCs) und sendet Steuerbefehle zurück. SCADA ist das übergeordnete Nervensystem kritischer Infrastruktur.

    Historie & Fakten. SCADA-Systeme verbinden eine zentrale Leitstelle (mit Mensch-Maschine-Schnittstelle (HMI) und Datenhaltung) über Fernwirkprotokolle mit zahlreichen verteilten Feldstationen. Sie sind das Rückgrat der Versorgungsnetze und damit ein bevorzugtes Ziel: Die Angriffe auf das ukrainische Stromnetz zeigten, wie die Manipulation der Steuerungsebene reale Versorgungsausfälle verursacht. Historisch waren SCADA-Umgebungen wenig gegen Cyberangriffe geschützt, weil sie als isoliert galten.

    Ausblick & Empfehlung. Für Kritische Infrastrukturen (KRITIS)-Betreiber unter EU-Richtlinie über Netz- und Informationssicherheit 2 (NIS2) ist die Absicherung von SCADA keine Kür: Sichtbarkeit über die gesamte Kette von der Leitstelle bis zur Feldstation, strikte Segmentierung, kontrollierte Fernzugänge und die Überwachung der Steuerkommunikation sind zentral. Da Eingriffe in den laufenden Betrieb riskant sind, dominieren passive, nicht-invasive Ansätze. Das Monitoring solcher Umgebungen ohne Betriebsstörung ist ein Kernfeld der Betriebstechnik (OT)-Sicherheit, das NEOSEC adressiert.