PSIRT

    Produkt-Sicherheitsreaktionsteam

    Product Security Incident Response Team

    Ein PSIRT ist die herstellerseitige Stelle, die Sicherheitslücken in den eigenen Produkten bearbeitet — von der Entgegennahme einer Meldung über die Behebung bis zur Veröffentlichung eines Advisories. Es ist das Gegenstück zum internen Team zur Bewältigung von Sicherheitsvorfällen (CSIRT), das die eigene Organisation schützt: Ein PSIRT schützt die Kunden des Herstellers. Mit der Produktregulierung gewinnt diese Funktion stark an Bedeutung.

    Historie & Fakten. Lange war Produktsicherheit für viele Hersteller eine Nebensache; erst koordinierte Offenlegung und öffentlicher Druck machten strukturierte Prozesse nötig. Ein reifer PSIRT betreibt einen klaren Meldekanal, oft einen Offenlegungsprozess (CVD), die Vergabe von Allgemeine Schwachstellen und Risiken (CVE)-IDs als CVE-Vergabestelle (CNA) und die maschinenlesbare Veröffentlichung von Advisories. Internationaler Verbund von Notfall- und Sicherheitsteams (FIRST) stellt hierfür ein anerkanntes Reifegrad- und Rahmenwerk bereit.

    Ausblick & Empfehlung. Mit dem Cyber Resilience Act wird ein funktionierender PSIRT faktisch zur Pflicht: Hersteller müssen Schwachstellen behandeln, Updates bereitstellen und ab September 2026 aktiv ausgenutzte Lücken melden. Wer Produkte mit digitalen Elementen in Verkehr bringt, sollte den Aufbau einer solchen Funktion jetzt einplanen — inklusive Meldekanal, Offenlegungsprozess und strukturierter Advisory-Ausgabe.