CVE-2026-67277
MikroTik RouterOS — MikroTik RouterOS Missing Authentication for Critical Function Vulnerability
Beschreibung
RouterOS akzeptiert eine "related" btest-Verbindung, bevor die entsprechende primäre Sitzung die Authentifizierung abgeschlossen hat. Ein nicht authentifizierter Client kann diesen Zustand nutzen, um einen IPv4 UDP-Test zu starten. Bei "random-data=false" sendet der Sender eine uninitialisierte Schwanz von einem Kernel-Paketpuffer. Eine separate ungeprüfte, invertierte Paketgrößenintervall verursacht einen Unterlauf eines nicht signierten Ganzzahls und anomal groß fragmentierte Ausgabe, was den RouterOS-Kernel neu starten kann. Dieses Problem wurde in den Versionen behoben: 6.49.21 (Langzeit), 7.23.4 (Langzeit) und 7.24.2 (Stabil).
Behebung & Mitigation
Warum sofort handeln?
Priorisierung
CVE-2026-67277 kombiniert zwei kritische Auswirkungen — Kernel-Memory-Disclosure (Informationsabfluss aus nicht initialisiertem Kernel-Puffer) und Denial of Service durch Kernel-Neustart — und ist ohne Authentifizierung aus dem Netz ausnutzbar. Der EPSS-Score von 0,43 % (Perzentile 44) ist moderat, aber die Aufnahme in die CISA-KEV-Liste belegt aktive Ausnutzung in der Praxis. Für KRITIS-Betreiber (NIS2-Scope) ist die Verfügbarkeit von Netzübergängen ein Schutzziel der höchsten Kategorie — ein Kernel-Neustart eines Perimeter-Routers entspricht einem vollständigen Netzwerkausfall. Organisationen mit MikroTik-Geräten an Internet-Übergängen, in OT-Netzen oder als CPE in Managed-Service-Umgebungen sollten diesen Patch als P1 behandeln und innerhalb von 24 Stunden umsetzen oder den btest-Dienst sofort deaktivieren.
Runbook · Schritt 1
Sofort-Response (0-24 h)
- Patch einspielen (höchste Priorität): RouterOS auf Version 6.49.21 (Long-term), 7.23.4 (Long-term) oder 7.24.2 (Stable) aktualisieren — je nach eingesetztem Release-Kanal. Update über Winbox, WebFig oder CLI (
/system package update install) durchführen und Gerät neu starten. - btest-Dienst deaktivieren, sofern nicht betrieblich erforderlich: Auf allen MikroTik-Geräten, die nicht aktiv Bandbreitentests durchführen, den Bandwidth-Test-Server abschalten:
/tool bandwidth-server set enabled=no. Dies eliminiert die angreifbare Angriffsfläche vollständig. - Firewall-Regel setzen — UDP-Port 2000 blockieren: Den btest-Dienst lauscht standardmäßig auf TCP/UDP 2000. Eingehenden Verkehr auf Port 2000 aus nicht vertrauenswürdigen Netzsegmenten an der Perimeter-Firewall und auf dem Gerät selbst sperren:
/ip firewall filter add chain=input protocol=udp dst-port=2000 src-address-list=!trusted action=drop. - Management-Zugang auf dedizierte Management-VLANs beschränken: RouterOS-Geräte dürfen aus dem Internet oder aus Nutzer-VLANs nicht direkt erreichbar sein. Sicherstellen, dass nur das Management-VLAN (z. B. per
/ip firewall filteroder Layer-2-ACL am Switch) Zugriff auf das Gerät hat. - Inventar prüfen: Alle MikroTik-Geräte im Netz identifizieren (SNMP-Discovery, Nmap-Fingerprinting auf Port 8291/Winbox, 80/443/WebFig, 22/SSH) und betroffene Versionen priorisieren. KRITIS-Betreiber sollten Geräte an Netzübergängen und in OT-Netzen zuerst patchen.
Runbook · Schritt 2
Mitigation-Layer
- Netzwerksegmentierung: MikroTik-Router, die nicht sofort gepatcht werden können, hinter einer vorgelagerten Stateful-Firewall isolieren. Kein direkter Internetzugang auf Port 2000 (TCP/UDP). Ausgehende Verbindungen vom Router auf bekannte Ziele beschränken.
- IPS/IDS-Signatur für btest-Exploit-Verkehr: Suricata-Regel zur Erkennung von unauthentifizierten btest-Verbindungsversuchen auf UDP/2000 mit anomal großen Fragmenten:
alert udp any any -> $HOME_NET 2000 (msg:"CVE-2026-67277 MikroTik btest unauth UDP"; fragbits:M; threshold:type both,track by_src,count 5,seconds 10; sid:2026672770; rev:1;) - WAF/Perimeter: Sofern ein vorgelagertes UTM-System vorhanden ist, UDP-Port 2000 generell blockieren und Logging aktivieren — btest hat keinen legitimen Einsatzzweck aus dem Internet.
- Least-Privilege für RouterOS-Konten: Alle RouterOS-Benutzerkonten auf minimale Rechte reduzieren; Standard-Benutzer
adminumbenennen oder deaktivieren. API- und Winbox-Zugang auf IP-Whitelist beschränken (/user set [find name=admin] address=<mgmt-subnet>). - Kernel-Neustart-Monitoring: Da die Schwachstelle einen Kernel-Neustart auslösen kann, Syslog-Alerting auf RouterOS-Reboot-Ereignisse einrichten (Syslog-Topic
system, Meldungsystem rebooted). Unerwartete Neustarts sind ein Indikator für aktive Ausnutzung.
Runbook · Schritt 3
Detection-Regeln
- Netzwerk-Telemetrie (Zeek/Suricata): Ungewöhnlich viele UDP-Pakete an Port 2000 von externen oder nicht autorisierten Quell-IPs — insbesondere fragmentierte UDP-Pakete mit anomal großen Längenfeldern (> MTU ohne legitimen Tunnel-Kontext).
Suricata: alert udp any any -> any 2000 (fragbits:M; msg:"Fragmented UDP to btest port"; sid:2026672771;) - RouterOS-Syslog: Meldungen
kernel: Oops,system rebooted, oderbtestin Verbindung mit unbekannten Quell-IPs im Syslog. Syslog-Forwarding an zentrales SIEM konfigurieren (/system logging action set remote bsd-syslog=yes). - Netflow/IPFIX-Anomalie: Plötzlicher Anstieg ausgehender UDP-Fragmente vom Router (Kernel-Buffer-Leak führt zu anomal großen Antwortpaketen) — Baseline-Abweichung > 3σ auf Bytes-per-flow für UDP-Flows von Port 2000.
- SIEM-Korrelationsregel (SPL-Skizze):
index=network sourcetype=suricata dest_port=2000 proto=UDP | stats count by src_ip | where count > 20Schwellenwert an das eigene Baseline-Volumen anpassen. - Verfügbarkeits-Monitoring: Unerwartete ICMP-Unreachable-Antworten oder Ausfall von Routing-Adjacencies (BGP/OSPF Session-Drop) nach UDP-Bursts auf Port 2000 als Indikator für erfolgreichen DoS-Angriff werten.
Metriken
Weakness-Klassen (CWE)
CWE-306Base
Missing Authentication for Critical Function
The product does not perform any authentication for functionality that requires a provable user identity or consumes a significant amount of resources.
cwe.mitre.org →
Re-Analyse & Statuswechsel
Chronologie der NVD-Audit-Events für diese CVE — Reanalyses, CVSS-Updates, CPE-Diffs.
- CVE Modified2026-09-11 04:17 UTC· 134c704f-9b21-4f2e-91b3-4a467353bcc0
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- CVE CISA KEV Update2026-09-10 22:00 UTC· 9119a7d8-5eab-497f-8521-727c672e3725
- Date Added: 2026-09-10
- Due Date: 2026-09-10
- Required Action: 2026-09-10
- Vulnerability Name: 2026-09-10
- CVE Modified2026-09-10 20:17 UTC· 134c704f-9b21-4f2e-91b3-4a467353bcc0
- Reference: https://www.cisa.gov/known-exploited-vulnerabilities-catalog?field_cve=CVE-2026-67277
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- CVE Modified2026-09-09 05:17 UTC· 134c704f-9b21-4f2e-91b3-4a467353bcc0
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- CVE Modified2026-09-08 16:18 UTC· 134c704f-9b21-4f2e-91b3-4a467353bcc0
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Öffentliche Exploit-Referenzen
Öffentliche Proof-of-Concepts und Detection-Templates für diese Schwachstelle. Die Reife reicht von gemeldeten PoCs über funktionsfähige Detection-Skripte bis hin zu vollständig waffenfähigen Exploit-Modulen. NEOSEC mirrort den Code intern für forensische Analysen; nach außen verlinken wir ausschließlich auf die Original-Quellen.
Quellen & Referenzen
- https://cert.pl/en/posts/2026/09/mikrotik-routeros-cveeuvd
- https://cert.pl/en/posts/2026/09/vulnerabilities-in-mikrotik-routeros-actively-exploited/euvd
- https://npratley.net/reversing-mikrotiks-silent-patch-the-routeros-7-23-4-fix-they-wouldnt-explain/euvd
- https://mikrotik.com/supportsec/september-2026-vulnerability/euvd
- https://forum.mikrotik.com/t/6-49-21-long-term-is-released/272802euvd
- https://forum.mikrotik.com/t/7-23-4-long-term-is-released/272801euvd
- https://forum.mikrotik.com/t/7-24-2-stable-is-released/272800euvd
- https://www.cisa.gov/known-exploited-vulnerabilities-catalog?field_cve=CVE-2026-67277government-resource