CVE-2021-4034
Red Hat Polkit — Red Hat Polkit Out-of-Bounds Read and Write Vulnerability
Beschreibung
Ein lokaler Berechtigungserhöhungsschwachpunkt wurde im polkit's pkexec-Utility gefunden. Die pkexec-Anwendung ist ein setuid-Werkzeug, das so konzipiert ist, dass unprivilegierte Benutzer Befehle als privilegierte Benutzer gemäß vordefinierten Richtlinien ausführen können. Die aktuelle Version von pkexec behandelt die Anzahl der Aufrufparameter nicht korrekt und versucht am Ende Umgebungsvariablen als Befehle auszuführen. Ein Angreifer kann dies ausnutzen, indem er Umgebungsvariablen so gestaltet, dass sie pkexec veranlassen, beliebigen Code auszuführen. Wenn der Angriff erfolgreich ausgeführt wird, kann er zu einer lokalen Berechtigungserhöhung führen und unprivilegierten Benutzern administrative Rechte auf dem Zielgerät geben.
Behebung & Mitigation
Warum sofort handeln?
Priorisierung
CVE-2021-4034 (PwnKit) ist eine lokale Privilegieneskalation mit CVSS 7.8 (AV:L) und einem EPSS-Wert im 99,9. Perzentil — nahezu jede Linux-Distribution der letzten 12 Jahre ist betroffen, und öffentliche, stabile Exploits sind seit Januar 2022 verfügbar. CISA hat die Schwachstelle als aktiv in Ransomware-Kampagnen genutzt eingestuft, was bedeutet, dass sie typischerweise als Post-Exploitation-Schritt nach einem initialen Zugang (z. B. über eine Web-Applikation oder kompromittierte Credentials) eingesetzt wird, um von einem unprivilegierten Shell-Zugang zu root zu eskalieren. Für KRITIS-Organisationen und NIS2-pflichtige Betreiber mit Linux-basierten Produktivsystemen, OT-Gateways oder CI/CD-Infrastruktur ist das Risiko als kritisch einzustufen, auch wenn der CVSS-Basiswert durch den lokalen Angriffsvektor auf 7.8 begrenzt ist — in realen Angriffsketten ist der lokale Zugang selten das Hindernis.
Runbook · Schritt 1
Sofort-Response (0-24 h)
- Patch einspielen (höchste Priorität): Red Hat stellt Korrekturen über RHSA-2022:0267 (RHEL 8), RHSA-2022:0268 (RHEL 7) und weitere produktspezifische Advisories bereit —
yum update polkitbzw.dnf update polkitauf allen betroffenen Systemen sofort ausführen. Für RHEL-SAP-Varianten und IBM Z das jeweilige RHSA im Red Hat Customer Portal verifizieren. - Nicht patchbare Systeme isolieren: Linux-Hosts, die keinen sofortigen Patch erhalten können (z. B. eingefroren wegen Change-Freeze), vom internen Netz segmentieren oder zumindest interaktive Remote-Logins auf das absolute Minimum reduzieren — kein direkter SSH-Zugang für nicht-privilegierte Nutzer.
- SUID-Bit auf pkexec temporär entfernen: Als Sofort-Kompensation
chmod 0755 /usr/bin/pkexec(SUID-Bit entfernen) auf nicht sofort patchbaren Hosts ausführen. Dies bricht abhängige PolicyKit-Workflows, verhindert aber die Ausnutzung. Auswirkungen auf Dienste (z. B. GNOME, NetworkManager) vorher prüfen. - Privilegierte Konten auditieren: Sicherstellen, dass lokale Nutzerkonten auf exponierten Systemen dem Least-Privilege-Prinzip entsprechen — jeder lokale Nutzer mit Shell-Zugang ist ein potenzieller Angreifer für diese Schwachstelle.
- Exploit-Artefakte suchen: Sofortige Suche nach bekannten PoC-Artefakten (Dateinamen
GCONV_PATH,pwnkit,pkexecin ungewöhnlichen Verzeichnissen) auf allen Linux-Endpunkten via EDR oderfind / -name "GCONV_PATH" 2>/dev/null.
Runbook · Schritt 2
Mitigation-Layer
- SUID-Bit-Härtung (Endpoint): Wo pkexec nicht benötigt wird, dauerhaft
chmod 0755 /usr/bin/pkexecsetzen und per Konfigurationsmanagement (Ansible, Puppet, Chef) erzwingen, damit der Zustand nach Updates nicht zurückgesetzt wird. - Systemd-Service-Isolation: Dienste, die pkexec intern nutzen, in separaten Systemd-Units mit
NoNewPrivileges=yesundPrivateTmp=yesbetreiben, um den Blast-Radius einer Kompromittierung zu begrenzen. - SELinux / AppArmor aktivieren und enforcing setzen: Auf RHEL-Systemen SELinux im Enforcing-Modus belassen — der Standard-SELinux-Policy auf RHEL schränkt die Ausnutzbarkeit von CVE-2021-4034 nachweislich ein, auch wenn er sie nicht vollständig blockiert.
- Netzwerk-Segmentierung für Management-Zugänge: SSH-Zugang zu Linux-Servern auf dedizierte Jump-Hosts oder Management-VLANs beschränken (Port 22 nur aus definierten Quell-IP-Bereichen). Reduziert die Angriffsfläche, da die Schwachstelle lokalen Zugang voraussetzt.
- IDS/EDR-Signatur aktivieren: Auf EDR-Plattformen (CrowdStrike, SentinelOne, Wazuh) die spezifischen Regeln für CVE-2021-4034 / PwnKit aktivieren — die meisten Anbieter haben diese innerhalb von 48 h nach Disclosure bereitgestellt.
- Paketintegrität überwachen: AIDE oder ein vergleichbares File-Integrity-Monitoring-Tool so konfigurieren, dass Änderungen an
/usr/bin/pkexecund/usr/lib/polkit-1/sofort alarmieren.
Runbook · Schritt 3
Detection-Regeln
- Auditd — ungewöhnliche execve-Aufrufe durch pkexec:
auditd-Regel"-a always,exit -F exe=/usr/bin/pkexec -S execve -k pkexec_exec"aktivieren; im Angriffsszenario führt pkexec eine Umgebungsvariable als Befehl aus — der resultierende Kindprozess hat einen unerwarteten Elternprozess (ppid= pkexec-PID) und einen ungewöhnlichenargv[0]. - Sysmon for Linux — Prozessbaum-Anomalie:
EventID 1 (ProcessCreate):
ParentImage endswith "pkexec" AND User != "root" AND Image not in ("/usr/bin/pkexec", bekannte PolicyKit-Binaries)— ein Shell-Prozess (bash,sh,python) als Kind von pkexec ist ein starkes Indiz. - EDR/SIEM — GCONV_PATH-Artefakt:
Suche nach Dateisystem-Events (inotify/EDR), die
GCONV_PATHals Verzeichnisname oder Dateiname anlegen:file.path contains "GCONV_PATH"— dies ist ein charakteristisches Merkmal aller bekannten PoC-Implementierungen. - Linux Auditd — SUID-Ausführung mit Umgebungsmanipulation:
KQL-Snippet (Elastic/Wazuh):
event.type:"process" AND process.executable:"/usr/bin/pkexec" AND process.args_count:<2— pkexec ohne Argumente oder mit leerem argv ist ein Exploit-Indikator. - File-Integrity-Alert: Alarm bei Änderungen an
/usr/bin/pkexec(Mtime, Inode, Hash) außerhalb geplanter Patch-Fenster — deutet auf Austausch der Binary oder Post-Exploitation-Persistenz hin.
Metriken
Weakness-Klassen (CWE)
CWE-787Base
Out-of-bounds Write
The product writes data past the end, or before the beginning, of the intended buffer.
cwe.mitre.org →
Re-Analyse & Statuswechsel
Chronologie der NVD-Audit-Events für diese CVE — Reanalyses, CVSS-Updates, CPE-Diffs.
- CVE Modified2026-08-15 04:17 UTC· 134c704f-9b21-4f2e-91b3-4a467353bcc0
- SSVC: {"id":"CVE-2021-4034","role":"CISA Coordinator","options":[{"exploitation":"active"},{"automatable":"no"},{"technical… → {"id":"CVE-2021-4034","role":"CISA Coordinator","options":[{"exploitation":"active"},{"automatable":"no"},{"technical…
Betroffene Betriebssysteme
linux
redhat / enterprise_linux8.0
linux
redhat / enterprise_linux_desktop7.0
linux
redhat / enterprise_linux_eus8.2
linux
redhat / enterprise_linux_for_ibm_z_systems7.0
linux
redhat / enterprise_linux_for_ibm_z_systems8.0
linux
redhat / enterprise_linux_for_ibm_z_systems_eus8.2
linux
redhat / enterprise_linux_for_ibm_z_systems_eus8.4
linux
redhat / enterprise_linux_for_power_big_endian7.0
linux
redhat / enterprise_linux_for_power_little_endian7.0
linux
redhat / enterprise_linux_for_power_little_endian8.0
linux
redhat / enterprise_linux_for_power_little_endian_eus8.1
linux
redhat / enterprise_linux_for_power_little_endian_eus8.2
linux
redhat / enterprise_linux_for_power_little_endian_eus8.4
linux
redhat / enterprise_linux_for_scientific_computing7.0
linux
redhat / enterprise_linux_server6.0
linux
redhat / enterprise_linux_server7.0
linux
redhat / enterprise_linux_server_aus7.3
linux
redhat / enterprise_linux_server_aus7.4
linux
redhat / enterprise_linux_server_aus7.6
linux
redhat / enterprise_linux_server_aus7.7
linux
redhat / enterprise_linux_server_aus8.2
linux
redhat / enterprise_linux_server_aus8.4
linux
redhat / enterprise_linux_server_eus8.4
linux
redhat / enterprise_linux_server_tus7.6
Betroffene Produkte
Aus der Hersteller-/CERT-Meldung extrahierte Produkte und Versionsbereiche. Ein Version-Range wie „<4.14.6“ impliziert die Update-Empfehlung „auf 4.14.6 oder höher aktualisieren“.
oracle
http_server
oracle
zfs_storage_appliance_kit
polkit_project
polkit121
redhat
enterprise_linux_server_update_services_for_sap_solutions
siemens
sinumerik_edge3.3.0
starwindsoftware
command_center
starwindsoftware
starwind_virtual_san
suse
enterprise_storage
suse
linux_enterprise_high_performance_computing
suse
manager_proxy
suse
manager_server
Öffentliche Exploit-Referenzen
Öffentliche Proof-of-Concepts und Detection-Templates für diese Schwachstelle. Die Reife reicht von gemeldeten PoCs über funktionsfähige Detection-Skripte bis hin zu vollständig waffenfähigen Exploit-Modulen. NEOSEC mirrort den Code intern für forensische Analysen; nach außen verlinken wir ausschließlich auf die Original-Quellen.
Quellen & Referenzen
- https://access.redhat.com/security/vulnerabilities/RHSB-2022-001
- https://www.qualys.com/2022/01/25/cve-2021-4034/pwnkit.txt
- https://bugzilla.redhat.com/show_bug.cgi?id=2025869
- https://gitlab.freedesktop.org/polkit/polkit/-/commit/a2bf5c9c83b6ae46cbd5c779d3055bff81ded683
- https://www.oracle.com/security-alerts/cpuapr2022.html
- http://packetstormsecurity.com/files/166196/Polkit-pkexec-Local-Privilege-Escalation.html
- http://packetstormsecurity.com/files/166200/Polkit-pkexec-Privilege-Escalation.html
- https://www.suse.com/support/kb/doc/?id=000020564
- https://cert-portal.siemens.com/productcert/pdf/ssa-330556.pdf
- https://www.starwindsoftware.com/security/sw-20220818-0001/
- https://www.secpod.com/blog/local-privilege-escalation-vulnerability-in-major-linux-distributions-cve-2021-4034/
- https://www.vicarius.io/vsociety/posts/pwnkit-pkexec-lpe-cve-2021-4034
- https://www.cisa.gov/known-exploited-vulnerabilities-catalog?field_cve=CVE-2021-4034government-resource