CVE-2020-3992

VMware ESXi — VMware ESXi OpenSLP Use-After-Free Vulnerability

Beschreibung

OpenSLP, wie es in VMware ESXi (vor ESXi_7.0.1-0.0.16850804 für Version 7.0, vor ESXi670-202010401-SG für Version 6.7 und vor ESXi650-202010401-SG für Version 6.5) verwendet wird, hat ein Verwendungs-nach-Freigabe-Problem. Ein böswilliger Akteur im Managementnetzwerk, der Zugriff auf Port 427 eines ESXi-Geräts hat, könnte eine Verwendung-nach-Freigabe in dem OpenSLP-Dienst auslösen und dadurch zur Ausführung von Ferncode führen.

Behebung & Mitigation

Warum sofort handeln?

Priorisierung

CVE-2020-3992 ist mit CVSS 9.8 (AV:N/AC:L/PR:N/UI:N) und einem EPSS-Wert im 99,7. Perzentil als kritisch einzustufen — ein nicht authentifizierter Angreifer mit Netzwerkzugang zu Port 427 kann vollständige Remote-Code-Ausführung auf dem Hypervisor erlangen und damit sämtliche darauf laufenden Gast-VMs kompromittieren. CISA hat die Schwachstelle mit dem Flag „Known Ransomware Campaign Use" versehen, was auf aktive Nutzung in Ransomware-Kampagnen hinweist und die Dringlichkeit für KRITIS-Betreiber (NIS2-Scope) erheblich erhöht. Organisationen, deren ESXi-Management-Interface aus flachen Netzwerken oder gar dem Internet erreichbar ist, müssen Patch und SLP-Deaktivierung als P0-Maßnahme behandeln; selbst vollständig intern exponierte Hosts sind gefährdet, sobald ein Angreifer laterale Bewegung im Management-Netz erreicht hat.

Runbook · Schritt 1

Sofort-Response (0-24 h)

  • Patch einspielen (höchste Priorität): ESXi 7.0 auf Build ESXi_7.0.1-0.0.16850804 oder neuer aktualisieren; ESXi 6.7 auf ESXi670-202010401-SG; ESXi 6.5 auf ESXi650-202010401-SG. VMware Cloud Foundation 3.x/4.x: Patch-Version beim Hersteller-Advisory nachschlagen und sofort anwenden.
  • Port 427 (SLP/TCP+UDP) auf Netzwerkebene sperren: Firewall-Regeln so setzen, dass Port 427 ausschließlich aus dem dedizierten Management-VLAN erreichbar ist — kein Zugriff aus Produktions-, Gast- oder DMZ-Netzen.
  • OpenSLP-Dienst auf ungepatchten Hosts deaktivieren: Auf jedem ESXi-Host als Sofortmaßnahme esxcli network firewall ruleset set -r CIMSLP -e false und den SLP-Daemon via chkconfig slpd off && /etc/init.d/slpd stop abschalten. VMware empfiehlt dies explizit als Workaround.
  • Management-Netz isolieren: Sicherstellen, dass das ESXi-Management-Interface (vmk0) in einem dedizierten, nicht gerouteten Management-VLAN liegt und kein direkter Zugriff aus dem Internet oder aus Nutzer-VLANs besteht.
  • Kompromittierungsindikatoren prüfen: Logs auf ungewöhnliche Prozesse unter hostd, slpd oder rhttpproxy untersuchen; ESXi-Shell-Zugriffe der letzten 30 Tage auswerten (siehe Detection-Regeln).

Runbook · Schritt 2

Mitigation-Layer

  • Netzwerksegmentierung: Port 427 (TCP/UDP) per ACL oder Firewall-Policy auf explizit autorisierte Jump-Hosts/Bastion-Hosts beschränken. Suricata-Regel-Idee: alert tcp any any -> $ESXI_MGMT 427 (msg:"CVE-2020-3992 SLP access attempt"; sid:2020399201; rev:1;).
  • vSphere Distributed Firewall / NSX-T Mikrosegmentierung: Falls NSX-T vorhanden, Mikrosegmentierungsregel anlegen, die SLP-Traffic (Port 427) nur von autorisierten Management-Hosts erlaubt und alle anderen Quellen verwirft.
  • Jump-Host-Pflicht durchsetzen: Administrativer Zugriff auf ESXi-Hosts ausschließlich über gehärtete Bastion-Hosts mit MFA — keine direkte RDP/SSH-Verbindung aus Endnutzer-Segmenten.
  • IDS/IPS-Signatur aktivieren: Prüfen, ob das eingesetzte IPS eine Signatur für CVE-2020-3992 enthält (z. B. Palo Alto Threat ID, Snort Community Rules). Signatur im Blocking-Modus betreiben, solange der Patch aussteht.
  • Least-Privilege für vCenter-Konten: Service-Accounts, die auf ESXi-Hosts zugreifen, auf minimale Berechtigungen reduzieren; privilegierte Konten mit separaten, rotierenden Credentials versehen, um Lateral-Movement nach einer Kompromittierung einzuschränken.

Runbook · Schritt 3

Detection-Regeln

  • Netzwerk-Telemetrie (Zeek/Suricata): Verbindungen auf Port 427 von Quell-IPs außerhalb des autorisierten Management-Subnetzes protokollieren. KQL-Snippet (Microsoft Sentinel / Defender for Cloud): CommonSecurityLog | where DestinationPort == 427 and not(SourceIP matches regex @"^10\.0\.1\.") — Subnetz anpassen.
  • ESXi-Syslog — unerwartete Prozess-Spawns: Auf dem ESXi-Host unter /var/log/shell.log und /var/log/hostd.log nach Einträgen suchen, die auf Shell-Ausführung durch slpd oder hostd hinweisen: Muster slpd.*exec oder hostd.*sh -c.
  • Sysmon / EDR auf Management-Jump-Hosts: Prozess-Abstammungskette vmware-hostd.execmd.exe oder powershell.exe als Anomalie werten (Sysmon Event ID 1, ParentImage enthält hostd).
  • Sigma-Regel-Shape (ESXi-Syslog):
    title: CVE-2020-3992 SLP RCE Indicator
    logsource: { product: vmware, service: esxi }
    detection:
      keywords: ['slpd', 'use-after-free', 'segfault']
      condition: keywords
    
  • Authentifizierungs-Anomalien: vCenter-Audit-Log auf neue oder unbekannte SSH-Sessions auf ESXi-Hosts prüfen (Event-Typ vim.event.UserLoginSessionEvent mit unbekannter Quell-IP). SIEM-Alert bei Login außerhalb der Geschäftszeiten oder von nicht inventarisierten IPs.

Metriken

Severity
critical
Aktiv ausgenutzt
aktiv ausgenutzt (KEV)
9.8
Quelle: nvd-v3
99.7 %
Kritisch — CVE liegt im obersten Fünftel aller heute bewerteten CVEs (Rang ≥ 80 %).
83.0 %
Hoch — Modell schätzt ≥ 50 % Chance auf reale Ausnutzung in 30 Tagen.
Veröffentlicht
2021-11-03 00:00 UTC

Betroffene Betriebssysteme

  • other

    vmware / esxi6.5

  • other

    vmware / esxi6.7

  • other

    vmware / esxi7.0.0

Betroffene Produkte

Aus der Hersteller-/CERT-Meldung extrahierte Produkte und Versionsbereiche. Ein Version-Range wie „<4.14.6“ impliziert die Update-Empfehlung „auf 4.14.6 oder höher aktualisieren“.

  • vmware

    cloud_foundation3.0 – 3.10.1.2

  • vmware

    cloud_foundation4.0 – 4.1.0.1

Öffentliche Exploit-Referenzen

Öffentliche Proof-of-Concepts und Detection-Templates für diese Schwachstelle. Die Reife reicht von gemeldeten PoCs über funktionsfähige Detection-Skripte bis hin zu vollständig waffenfähigen Exploit-Modulen. NEOSEC mirrort den Code intern für forensische Analysen; nach außen verlinken wir ausschließlich auf die Original-Quellen.

Quellen & Referenzen

IDCVE-2020-3992