VMware vCenter Server: uneingeschränkter Dateiupload (CVE-2021-22005)
Veröffentlicht In CISA KEV seit Quellen: SingCERT, CVE.org
Was ist betroffen, was ist zu tun
Der vCenter Server enthält eine Schwachstelle für das Hochladen beliebiger Dateien im Analytics-Dienst. Ein böswilliger Akteur mit Netzwerkzugriff auf Port 443 des vCenter Servers kann diese Schwachstelle ausnutzen, um Code auf dem vCenter Server auszuführen, indem er eine speziell gestaltete Datei hochlädt.
Die Schwachstelle wird aktiv ausgenutzt; behandeln Sie sie vorrangig. CISA führt sie als in Ransomware-Kampagnen genutzte Schwachstelle. Aktualisieren Sie cloud_foundation auf Version 5.0. Sofortmaßnahmen, Mitigation und Erkennungsregeln stehen im Runbook unten.
- Betroffen
- VMware vCenter Server, VMware Cloud Foundation
eq VMware vCenter Server(7.x before 7.0 U2c and 6.7 before 6.7 U3o) and VMware Cloud Foundation (4.x before 4.3 and 3.x before 3.10..VMware vCenter Server(7.x before 7.0 U2c and 6.7 before 6.7 U3o) and VMware Cloud Foundation (4.x before 4.3 and 3.x before 3.10
- VMware vCenter Server, VMware Cloud Foundation
Unklar, ob und wie Sie betroffen sind? Frage zu dieser Schwachstelle stellen
Metriken
9,8
Priorität
XIEM Effective CVSS: höchste verfügbare CVSS-Bewertung aus NVD- und Herstellerangaben.
Quelle: NVD, CVSS v3
9,8
CVSS v3
Schweregrad Kritisch auf der Skala von 0 bis 10.
Quelle: SingCERT, CVE.org
—
EPSS-Score
Für diese Schwachstelle liegt kein Wert vor.
Alle Metriken anzeigen
- Schweregrad
- Kritisch
Priorität (0–325)
Der Priorisierungs-Score ist eine zusammengeführte Kennzahl, die mehrere Einzelsignale zu einer einzigen, handlungsleitenden Rangfolge verdichtet: technische Schwere (CVSS), Ausnutzungswahrscheinlichkeit (EPSS), der Status als bekannt ausgenutzt (KEV) und der Kontext des betroffenen Assets. Ziel ist die Antwort auf die einzig wirklich wichtige Frage im Schwachstellenmanagement: Was zuerst?
Im Glossar lesen- 254.00 Methodik
Exploit-Reife
Ein Exploit ist Code oder eine Technik, die eine konkrete Schwachstelle gezielt ausnutzt, um ein unbeabsichtigtes Verhalten zu erzwingen — etwa Code auszuführen oder Rechte auszuweiten. Er ist das Werkzeug, das aus einer theoretischen Lücke einen praktischen Angriff macht.
Im Glossar lesen- aktiv ausgenutzt
XIEM Effective CVSS
XIEM® ist das gestufte Managed-Security-Betriebsmodell von NEOSEC und eine eingetragene Marke der NEOSEC GmbH. Es erweitert klassisches SIEM — die zentrale Sammlung, Normalisierung und Korrelation sicherheitsrelevanter Ereignisse — um Endpunkt-Forensik, Netzwerk-Sichtbarkeit und Täuschungstechnik und führt diese zu drei aufeinander aufbauenden Stufen zusammen: Sentry, Orchestrate und Command.
Im Glossar lesen- 9,8 Methodik
CVSS v3
CVSS ist der weltweit verbreitete, offene Standard zur Bewertung der technischen Schwere einer Schwachstelle auf einer Skala von 0 bis 10. Er beschreibt, wie leicht eine Lücke ausnutzbar ist und welchen Schaden sie anrichten kann — nicht jedoch, wie wahrscheinlich ihre tatsächliche Ausnutzung ist. CVSS und das ergänzende EPSS beantworten bewusst unterschiedliche Fragen.
Im Glossar lesen- 9,8
KEV-Status
Der KEV-Katalog ist eine von der US-Behörde CISA gepflegte Liste von Schwachstellen, für die eine aktive Ausnutzung in der Praxis nachgewiesen ist. Er beantwortet nicht die Frage „wie schwer?“, sondern „wird es bereits angegriffen?“ — und priorisiert damit das Patchen scharf.
Im Glossar lesen- Aktiv ausgenutzt
- Veröffentlicht
In CISA KEV seit
Der KEV-Katalog ist eine von der US-Behörde CISA gepflegte Liste von Schwachstellen, für die eine aktive Ausnutzung in der Praxis nachgewiesen ist. Er beantwortet nicht die Frage „wie schwer?“, sondern „wird es bereits angegriffen?“ — und priorisiert damit das Patchen scharf.
Im Glossar lesen- CISA-Bewertung (SSVC)
- Ausnutzung: aktiv · automatisierbar · Auswirkung: vollständig
- Quelle: CISA Vulnrichment, Stand 29. Januar 2025
CWE
CWE ist ein Katalog typischer Schwächen-Arten in Software und Hardware — etwa fehlerhafte Eingabevalidierung, unsichere Speicherbehandlung oder mangelhafte Authentisierung. Während eine CVE eine konkrete Schwachstelle in einem konkreten Produkt benennt, beschreibt eine CWE die zugrunde liegende Fehlerklasse.
Im Glossar lesen- CWE-22
Behebung und Mitigation
Warum sofort handeln?
Priorisierung
Die Schwachstelle erlaubt unauthentifizierte Remote-Code-Execution über das Standard-HTTPS-Management-Interface — jede Internet-exponierte oder zu breit erreichbare vCenter-Instanz ist faktisch als kompromittiert zu behandeln, bis Patch-Status und Forensik das Gegenteil zeigen. Ausnutzungswahrscheinlichkeit ist am oberen Ende des Spektrums, Massen-Scans auf /analytics/* laufen seit 2021 kontinuierlich. CISA markiert die CVE explizit als in Ransomware-Kampagnen genutzt; vCenter ist bevorzugtes Pivot-Ziel, weil ein kompromittierter vCenter direkten Zugriff auf alle ESXi-Hosts und damit das gesamte VM-Portfolio inklusive Backup-Appliances gibt. Priorisierung in jeder NIS2-/KRITIS-Umgebung: P1, auch wenn das Interface „nur intern" erreichbar ist — laterale Bewegung aus einem einzigen gephishten Client reicht aus.
Schritt 1 im Runbook
Sofort-Response (0-24 h)
- vCenter Server auf eine gepatchte Build-Version gemäss VMSA-2021-0020 aktualisieren (vCenter 7.0 U2c / 7.0 U2d, 6.7 U3o, 6.5 U3q oder neuer — exakte Build-Nummer im Vendor-Advisory verifizieren). Cloud Foundation 3.x/4.x über das zugehörige BOM-Update einspielen.
- Falls Patch nicht sofort möglich: offiziellen VMware-Workaround KB85717 anwenden (Setzen der Endpoint-Konfiguration in
/etc/vmware-analytics/*.propertiesbzw.vsphere-ui/service.properties, Neustart der Analytics- und vSphere-UI-Services). Danach curl-Test gegen/analytics/telemetry/ph/api/hyper/send— es muss HTTP 404 zurückkommen. - vCenter-Management-Interface (TCP/443, TCP/5480) sofort aus allen Netzen entfernen, die nicht Admin-Jumphost/PAW sind. Nur noch Zugriffe von dedizierten Admin-VLANs über Firewall-ACL zulassen, Internet-Exposition zwingend terminieren.
- Compromise-Assessment durchführen, bevor gepatcht wird: Datei-Timestamps unter
/usr/lib/vmware-vsphere-ui/server/work/und/tmp/unmig*prüfen, Prozessliste auf fremde JSP/Java-Instanzen (.jsp-Dateien unterhalbvsphere-ui/server/work) undvmware-analytics-Logs auf POST-Requests gegen Analytics-Endpoints durchsuchen. Verdachtsfall → Incident-Flow, nicht nur patchen. - Service-Accounts und SSO-Admin-Credentials (administrator@vsphere.local, vpxuser, AD-Integrationskonten) rotieren, zusätzlich vCenter-Zertifikate und SAML-Signing-Keys erneuern, sofern Exploitation nicht ausgeschlossen werden kann.
Schritt 2 im Runbook
Mitigation-Layer
- Netzsegmentierung: vCenter in ein Management-VLAN mit expliziter Allowlist-Firewall. Eingehend ausschliesslich TCP/443 und TCP/5480 von Admin-Jumphosts; ausgehend auf Hersteller-Update-URLs, NTP, DNS, SIEM, LDAP/KDC beschränken. Keine Ost-West-Erreichbarkeit aus Workload-Netzen.
- WAF/Reverse-Proxy vor vCenter: Pfade
/analytics/telemetry/ph/api/hyper/send,/ui/-Upload-Endpoints sowie generische Multipart-POSTs mit.jsp-,.war- oder archivartigen Payloads blocken. HTTP-Methoden auf GET/POST/PUT/DELETE normalisieren, Request-Body-Grösse limitieren. - IPS/IDS: Suricata/Snort-Regeln für VMSA-2021-0020 (ET-Open- und VMware-Signatures) aktivieren. Insbesondere Signaturen für Analytics-Service-File-Upload und webshell-typische Content-Patterns in Richtung vCenter.
- Endpoint-Hardening der vCenter-Appliance (Photon OS): auditd scharfschalten (Watches auf
/usr/lib/vmware-vsphere-ui/server/work,/tmp,/storage/log/vmware/analytics), SSH nur mit Key-Auth von Bastion, Shell-Login für Service-User unterbinden. - IAM / Least-Privilege: SSO-Policy auf MFA für alle vSphere.local-Admins, dedizierte Break-Glass-Accounts offline hinterlegt. Keine Domain-Admin-Mitgliedschaft für vCenter-Service-Accounts. Lokale
root-Nutzung ausschliesslich via PAM-protokollierte Sudo-Session. - Monitoring der Backup-Infrastruktur: Da gepatchte Appliances bei bereits erfolgter Kompromittierung weiterhin Persistenz tragen, Snapshots/Backups vor Verdachtsperiode isolieren und nur in Lab wiederherstellen.
Schritt 3 im Runbook
Detection-Regeln
- Webserver-Access-Logs der vCenter-Appliance (
/var/log/vmware/vsphere-ui/logs/localhost_access.*.logsowie Analytics-Logs): POST auf/analytics/telemetry/ph/api/hyper/sendoder/analytics/ceip/sdk/..mit non-standard User-Agent oder ungewöhnlichem Content-Length. Sigma-Shape:selection: cs-uri-stem|contains: '/analytics/telemetry/ph/api/hyper/send'+cs-method: POST. - Dateisystem-Monitoring (auditd): neue
.jsp/.class-Dateien unterhalb/usr/lib/vmware-vsphere-ui/server/work/oder beschreibbarer Tomcat-Work-Verzeichnisse. Beispiel-Watch:-w /usr/lib/vmware-vsphere-ui/server/work -p wa -k vcenter_webshell. - Prozess-Ancestry: Java-Prozesse (
vsphere-ui,vmware-analytics) als Parent vonsh,bash,python,nc,curl,wget,chmod. KQL-Shape:DeviceProcessEvents | where InitiatingProcessFileName in~ ("java") and FileName in~ ("sh","bash","python","nc","curl","wget"). - Netzwerk-Telemetrie (Zeek/Suricata): ausgehende Verbindungen von vCenter-IP zu Internet-Hosts, insbesondere Reverse-Shell-typische Ports (4444, 1337, 8443 gegen Nicht-VMware-ASNs) oder TOR/HTTP-Beacons. vCenter sollte nur mit definierten Repo-/Lizenz-Hosts sprechen.
- Account-Anomalien: neue lokale OS-User, SSH-Key-Hinzufügungen in
/root/.ssh/authorized_keys, SSO-Logins von untypischen Quell-IPs. Korrelation mit/var/log/audit/audit.logaufUSER_AUTH-Events ausserhalb der Admin-VLAN-Range.
- Webserver-Access-Logs der vCenter-Appliance (
Erkennungsregeln
Für diese Schwachstelle liegt noch keine NEOSEC-Erkennungsregel vor.
Einordnung nach NIS2 und CRA
Regelbasierte Einordnung aus Ausnutzungsstatus und Schweregrad. Sie ersetzt keine Prüfung im Einzelfall.
NIS2
NIS2 ist die EU-Richtlinie (EU) 2022/2555 zur Erhöhung des Cybersicherheitsniveaus in der Union. Sie weitet Pflichten gegenüber der ersten NIS-Richtlinie deutlich aus: mehr Sektoren, verbindliches Risikomanagement, gestufte Meldepflichten und persönliche Verantwortung der Geschäftsleitung.
Im Glossar lesen- Aktiv ausgenutzt: Behandeln Sie die Schwachstelle im Schwachstellenmanagement nach Art. 21 Abs. 2 lit. e NIS2 vorrangig. Wird sie in Ihrer Umgebung ausgenutzt, prüfen Sie die Meldepflicht nach Art. 23 (Frühwarnung binnen 24 Stunden).
CRA
Der CRA ist die EU-Verordnung (EU) 2024/2847 mit horizontalen Cybersicherheitsanforderungen an „Produkte mit digitalen Elementen“ — von Industriesteuerungen über Software bis zu vernetzten Verbrauchergeräten. Erstmals müssen Hersteller Sicherheit über den gesamten Produktlebenszyklus gewährleisten, Schwachstellen behandeln und Sicherheitsupdates bereitstellen.
Im Glossar lesen- Seit dem 11.09.2026 müssen Hersteller betroffener Produkte mit digitalen Elementen aktiv ausgenutzte Schwachstellen nach Art. 14 CRA melden, mit Frühwarnung binnen 24 Stunden über die zentrale Meldeplattform der ENISA.
ISO/IEC 27001
ISO/IEC 27001 ist der international führende Standard für ein Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS). Er beschreibt einen risikobasierten, prozessorientierten Rahmen, um Informationssicherheit systematisch zu planen, umzusetzen, zu überprüfen und zu verbessern.
Im Glossar lesen- Maßnahme A.8.8, Management technischer Schwachstellen: Relevanz für Ihre Systeme bewerten, Behebung einplanen und nachweisen.
Beschreibung
Der vCenter Server enthält eine Schwachstelle für das Hochladen beliebiger Dateien im Analytics-Dienst. Ein böswilliger Akteur mit Netzwerkzugriff auf Port 443 des vCenter Servers kann diese Schwachstelle ausnutzen, um Code auf dem vCenter Server auszuführen, indem er eine speziell gestaltete Datei hochlädt.
Originalquelle nur englisch verfügbar, maschinell ins Deutsche übersetzt.
Quelle: CSA/SingCERT, NVD (NIST), cvelistv5, CISA KEV Catalog
Betroffene Produkte
Betroffen sind die folgenden Versionen. Ältere Stände derselben Reihe sind ebenfalls verwundbar, sofern nicht anders angegeben.
| Betroffene Versionen | Behoben in | ||
|---|---|---|---|
| — | VMware vCenter Server, VMware Cloud Foundation |
|
|
| vmware | cloud_foundation |
|
|
| vmware | vcenter_server |
|
|
Hersteller und Produkte
Weakness-Klassen (CWE)
CWE-22Improper Limitation of a Pathname to a Restricted Directory ('Path Traversal')
Base
The product uses external input to construct a pathname that is intended to identify a file or directory that is located underneath a restricted parent directory, but the product does not properly neutralize special elements within the pathname that can cause the pathname to resolve to a location that is outside of the restricted directory.
Eintrag bei MITRE CWE-22
Öffentliche Exploit-Referenzen
Öffentlich gemeldete Proof-of-Concepts, Exploit-Module und Detection-Templates zu dieser Schwachstelle. NEOSEC verlinkt ausschließlich auf die Originalquellen und stellt keinen Exploit-Code bereit.
| CISA KEV Catalog | CISA Known Exploited Vulnerability (öffnet in neuem Tab)cisa.gov | aktiv ausgenutzt | |
| Packet Storm | VMware vCenter Server Analytics CEIP Service File Upload (öffnet in neuem Tab)packetstormsecurity.com | PoC (öffentlich gemeldet)gemeldet, nicht verifiziert | — |
Quellen & Referenzen
- vmware.comsecurity/advisories/VMSA-2021-0020.htmlx_refsource_MISC, Patch, Herstellerhinweis
- packetstormsecurity.comfiles/164439/VMware-vCenter-Server-Analytics-CEIP-Service-File-…x_refsource_MISC, Exploit, Hinweis Dritter, Schwachstellendatenbank
- cisa.govknown-exploited-vulnerabilities-catalog?field_cve=CVE-2021-22005government-resource, US-Behörde
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<a href="https://intel.neosec.eu/cve/CVE-2021-22005"><img src="https://intel.neosec.eu/badge/cve/CVE-2021-22005.svg" alt="CVE-2021-22005 – NEOSEC Intel" height="20"></a>